2007 Cote d’Azur Oktober

Unsere erste große Motorradreise hatte seine Eindrücke bei uns hinterlassen, aber seit dieser Reise ist wieder viel passiert, so tat uns Erholung dringend Not. Wir hatten allerdings keine große Lust irgendetwas zu planen. Das eigentliche Ziel für Anfang Oktober war das Allgäu, hier und dort noch ein paar Freunde besuchen und vielleicht zusammen ein paar Motorradtouren unternehmen. Das Wetter meinte es aber Ende September und Anfang Oktober nicht gut mit uns. Das Allgäu paßte mit 12 bis 13°C und viel Regen nicht in unsere Urlaubsideen. Zwei Tage vor Reiseantritt entschlossen wir uns an die Cote d’Azur zufahren, nicht über Umwege dort runterfahren, sondern den direkten Weg nehmen, am besten die schnellste Möglichkeit über die Autobahn. Mit Wohnmobil und Anhänger wurden die beiden Mopetten in den Süden verfrachtet.
Auf der Fahrt in den Südendort hatten wir auch nur Dauerregen, jedenfalls von Kiel bis hinter Lyon. Dort änderte sich das Wetter schlagartig. Die Wolken lösten sich auf und die Wärme kam spürbar. Herz was willst du mehr ! Auf einem Campingplatz in Port Grimaud fanden wir unser Plätzchen für die nächsten zwei Wochen, selbst ein paar Tage später zogen wir noch einmal innerhalb des Platzes um und standen direkt am Wasser mit Blick auf St. Tropez.
Eigentlich sollten die Motorräder kaum bewegt werden, aber die standen nicht lange still und das Hinterland musste erkundet werden. Es waren keine paar hundert Meter und wir verschwanden hinter der viel befahrenden Küstenstrasse, die die ganzen Küstenorte miteinander verbindet. Schöne kleine schmale Strassen, mal konnte sich wieder so richtig an das Kurvenfahren gewöhnen, allmählich verfielen wir wieder in das Walzertanzen des Motorradfahrens.
Dazu in einer wundervollen mediteranen Landschaft, die hin und wieder Blicke auf das Mittelmeer zu ließ. Die erste Tour führte von Port Grimaud über Nebenstrassen nach Plan de la Tour. Wir mussten uns richtig an das Kurvenfahren gewöhnen, denn es hieß keine 200 Meter gerade auszufahren. Von Plan de la Tour über eine Kammstrasse nach La Garde Freinet und über eine Hauptstrasse nach Grimaud, das auf einem kleine Berg im Hinterland thront. Ein kleines verschlafendes wunderhübsches Bergdörfchen, das sich traumhaft in die mediterane Landschaft einfügt. Ein kleiner Bummel lies uns den Ort erkunden. Von dort aus waren wir abends auch schnell wieder auf dem Campingplatz.
Die nächste Tour führt uns über eine Nationalstrasse Richtung Hyeres, aber wir nahmen dort eine kleine Bergstrasse runter nach Rayol Canadel sur Mer. Einfach nur geniessen, es war angenehm warm, den warmen Fahrtwind spürte ich direkt unter dem offenen Visier. Es boten sich wundervolle Blicke auf die Küste vom Col du Canadel, wo wir uns genüsslich hochschraubten. Die ausgebaute aber nicht stark frequentierte Küstenstrasse von Rayol Canadel s-Mer über Cavalaire nach St. Tropez. Ein kleiner Stop in St.Tropez, um mal wieder nach sehr vielen Jahren die Luft der Reichen zu schnuppern. Das Bild hatte sich ein bisschen verändert, denn die großen protzigen Motoryachten mussten einer bedeutenden Segelregatta “Les Voiles du St.Tropez” und ihren Seglern weichen. Der touristische Ort hatte auf einmal eine ganz andere Ausstrahlung. Oben im Ort schauten wir noch einigen Boulspielern zu, die ihrem Hobby frönten. Dann wurde es Zeit für uns, zurück zum Campingplatz zu fahren.
In den nächsten Tagen nahmen wir sämtliche Strassen in der größeren Umgebung um St.Tropez und Port Grimaud unter die Lupe und fanden immer wieder verträumte wunderschöne Dinge. Ob entlang der Route des Calanques nach Cannes, die sich direkt über den Ufern des Mittelmeeres hoch erhebt oder hoch nach Grasse. Hier einfach mal das Motorrad abstellen und gemütlich durch die schmalen Gassen schlendern. Vielleicht mal eines der Parfümerie Museen besuchen. Eine Rückfahrt über das Hinterland, Kurven über Kurven, die Freude war riesig groß.
Oder eine Fahrt Richtung Toulon, dort hinter befand sich die Route de Crete, die Strasse schlängelt sich über 300 Meter direkt über dem Meer, die Fahrt durch das Hinterland ist empfehlenswert, denn Toulon ist ein großer Verkehrsmaloch. Jeden Tag hat man hier in dieser Region Möglichkeiten hier zu fahren und zu geniessen.

Immer wieder sind wir noch mal los, und fanden kleine verträumte Kammstrassen auf denen wir fast völlig allein fuhren. An einem netten Aussichtspunkt trafen Steve aus der Nähe von Frankfurt. Ein netter Plausch wo wir uns noch intensiv austauschten. Der Urlaub neigte sich dem Ende, wir hatten immer Glück mit dem Wetter. Im Küstenbereich schien immer die Sonne, nur das weitläufige Hinterland in die Seealpen blieb uns aufgrund der dunklen Wolken verwährt. Aber doch wollten wir wenigstens die Möglichkeit nutzen und noch zum Grand Canyon du Verdon zu fahren.Es ist fast 20 Jahre her, wo wir das letzte mal dort waren. Es war schon von Port Grimaud dort hin und mit einer Umrundung knapp an einem Tag zu schaffen, wenn man auch noch mal zwischen durch anhalten möchte und sich die Füsse vertreten möchte bzw. einen Cafe zu trinken.
Wir brachen früh morgens auf, im Hinterland wurde es sehr kühl und nach etwas über 1 Stunde kurviger Fahrzeit kamen wir am Fuße der Schlucht an. Durchgefroren fuhren wir in das nächste Bergdorf namens Trigance und wärmten uns beim Grande Cafe auf. Es war schon gemütlich morgens in diesem ruhigen Bergdorf zu sitzen, hier und da ein paar Stimmen, ein paar Hühner gurrten herum und der Nebel fing sich allmählich an zu heben. Es wurde wieder Zeit weiterzufahren, denn wir hatten noch die ganze Umrundung vor uns. Hier und da sollten ein paar Fotos gemacht werden von Punkten aus, die nicht unmittelbar auf der Route lagen.Ein Fahrspaß pur, ich konnte mich überhaupt nicht mehr an die vielen Eindrücke erinnern. An einige Punkte ja, aber die Zeit lässt auch vergessen. Ein Spaziergang in Moustiers St. Marie und weiter ging es. Im nächsten Ort noch mal ein Käffchen und dann ging die Fahrt wieder Richtung Küste, denn der später Nachmittag war schon da, es war noch ein langer Weg an die Küste. Denn die Dunkelheit kommt mitte Oktober hier unten auch schon viel früher. Wieder ging ein ereignisreicher Urlaubtag vorüber.
Der nächste Tag diente noch mal zum Entspannen, auch die Motorräder wurden noch einmal gewartet und auf den Anhänger gezurrt.
2 Wochen im Oktober gingen zu Ende, die Entscheidung war richtig, keine Frage. Das Wohnmobil diente optimal einem Ausgangspunkt für die vielen Touren, jeden Abend hatten wir unser zuhause dabei.Eines der nächsten vielen Ziele werden irgendwann noch einmal die Seealpen sein, aber wann, keine Ahnung.

Leave a Reply