2007 Shortwayaround

31.12.06 Eine Idee enstand in den Pyrenäen

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Eigentlich sollte es ja nur mal ein Blick über den Tellerrand werden, mal schauen was es so in Polen zu sehen gäbe. Wir haben diese Idee schon seit Jahren im Kopf, vielleicht mal mit Freunden zusammen und den Wohnmobilen nach Polen oder durch das Baltikum um die Ostsee.

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@Quelle Karte Wikipedia (verändert)

Tja, seit dem wir unsere Mopetten haben, sogenannte Spätzünder, die mit über 40 noch mal den Motorradführerschein gemacht haben. So befanden wir uns 2006 in den sonnigen Pyrenäen, meine Partnerin die Idee hatte, doch einfach mal mit dem Motorrad nach Polen zu fahren. Unterkünfte nicht auf Campingplätzen, sondern einfach auf Bauernhöfen, Pensionen oder Hotels in den großen Städten zu suchen. Ein Freund der mit uns unterwegs war, sagte darauf hin, warum nicht gleich komplett um die Ostsee ?

Seit dem ließ und dieser Gedanke einfach nicht mehr los und eine Idee war geboren. Mittlerweile stecken wir um die Jahreswende völlig in den Planungen. Die Ideen sprühen nur so, schauen wir mal was daraus wird.

Mit dem Namen wurden wir durch den Film Long Way Round inspiriert.

Jetzt werde ich einen Teil öffentlich machen, zumal ich mittlerweile in einigen Foren drin bin und Tipps und Anregungen zu finden. Es ist doch einiges zusammen gekommen. Wer weiß vielleicht mag der eine oder andere doch noch was zu unserer Reise beitragen und wir können es gebrauchen. Viel Spaß beim posten !

24.05.2007

Das Urlaubsgefühl ist da, der Travel-Bug rotiert in uns. Dennoch sind es gemischte Gefühle, es ist ja keine Riesenreise die über einen langen Zeitraum führt. Einfach nur Urlaub, der aber für uns selten, über 4 Wochen, die wir an einem Stück geniessen können. Die Neugierde auf das was uns erwartet ist riesengroß. Wir fahren ohne unsere Freunde, die eigentlich mit wollten, gemischte Gefühle die in uns sind, weil wir nun doch alleine reisen. Aber wir sind Reiseerprobt, das haben die letzten Jahre gezeigt. Allerdings hatten wir ja unseren zweiten Hausstand im Wohnmobil immer mit dabei, und jetzt das erstemal nur mit dem Motorrad ? Viele vor uns haben das auch gemacht, einfach aus Spaß am Motorradfahren. Wir werden folgen ! Eine neue Erfahrung, die wir machen werden.

Es ist nur noch etwas über eine Woche bis zur Abreise, die letzten Besorgungen werden gemacht, eigentlich alles nur noch Kleinigkeiten, die uns hier und dort noch einfallen….der Travel-Bug hat uns !

Unten habt ihr einen Überblick, wann und wo wir ungefähr sind. Aber wer weiß, wenn es uns irgendwo gefällt, bleiben wir vielleicht länger oder auch nicht. Gewisse Sehenswürdigkeiten sind Pflicht, das muss man gesehen haben. Wichtig für uns sind die Landschaften, wo Oma und Opa schon immer von erzählt haben. Die Fernsehberichte oder Reiseberichte anderer haben wir förmlich aufgesogen, es muss fantastisch sein. Die Kulturen, die Menschen, wir werden sehen. Die Johannisnacht (Sommersonnenwende) werden wir im Laahemaa-Nationalpark geniessen. Eigentlich einer der letzten Ruhepunkte unserer Reise. Ich bin selber gespannt auf die vielen Fotos die wir machen werden, gelingt es uns diese Momente der Schönheit einzufangen ?

Unsere Route sieht wie folgt aus:
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01.06.07

Der letzte Tag und Abend zu Hause verlief nicht überwältigend. BMW konnte den für heute zugesagten Goretex Einsatz für Susannes Anzug nicht fristgemäß liefern ! Ein anderes Teil was heute noch von einer anderen Firma kommen sollte und eingebaut werden sollte, kam ebenfalls nicht. Nervig dazu das heute noch unser Telefonanschluss versagte, lediglich das Internet war noch betriebsmäßig da.

Dennoch ist das Reisefieber da und wir lassen uns nicht entmutigen. Viele Freunde und Verwandte sagen alle das selbe, alle wünschen uns viel Glück auf der Reise und hoffen alle das wir Beide wieder Gesund mit den Motorrädern zurück kommen. Ich denke, keiner sollte sich Sorgen um uns machen. Wir haben uns mit diesen Ländern sehr ausreichend und gut beschäftigt und gehen einfach mit positiven Gedanken auf diese Reise. Morgen Abend sitzen wir irgendwo in der Nähe von Pasewalk und schlafen in fremden Gefilden.

Das Gepäck ist eigentlich gut verstaut, besser als erwartet, die weniger zu benutzenden Dinge in den Gepäckrollen und die anderen Sachen schnell griffbereit in den Koffern. Bedingt durch die Innentaschen ist ein schnelles be- und entladen gewährleistet. Eigentlich stellte ich es mir ein bisschen umfangreicher vor, im Endeffekt war es doch nicht soviel. Aber auch hier werden wir merken, was wir nicht soviel benötigen oder was überflüssig sein wird.

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Auch aus Lettland kam heute von einem Bekannten noch eine Mail. Vermutlich werden wir mit einigen netten lettischen Motorradfahrern eine Tour durch bzw. um den Gauja-Nationalpark fahren. Das fängt ja alles schon sehr gut an.

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02.06.07

Ein wundervoller Start am Samstag morgen, unsere Freunde, die eigentlich mitreisen wollten verabschiedeten uns.
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Abfahrt zu Hause !

Der Himmel grau bedeckt aber zum Glueck trocken. Wir machten uns auf den Weg Richtung Luebeck, Guestrow war unsere erste Pause, eine schoene Stadt, die zum kurzfristigen verweilen einludt. Weiter bis nach Pasewalk. Am zweiten Tag ging es ueber die Grenze nach Stettin, weiter ueber Kammin und Kolberg.Hier ueberraschte uns ein kurzer kraeftiger Regenschauer und so fuhren wir anschliessend weiter bis nach Stolpmuende. Unser Hotel fanden wir leider nicht und mussten ein Privatquatier wahrnehmen. Der naechste Morgen fuehrte uns wohl ins Reich der Stoerche. Nach Kluki und dann in die Kaschubische Schweiz bis kurz vor Kartuzy. Hier wurde die Landschaft immer schoener, traumhafte Waelder, Strassen, alte Bauernhoefe, von einer Allee zur naechsten und auch die Strassen bekamen wieder Kurven. Am naechsten Tag fuhren wir ueber Kartuzy nach Danzig, hier verweilen wir jetzt den zweiten Tag und lassen die Seele baumeln.

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Danzig haben wir verlassen, das naechste Ziel war Marienburg. Hitze pur ! Den Weg waehlten wir nicht direkt, von der Schnellstrasse ging es einen kleinen Seitenweg entlag der Weichsel bis Tzecw und von dort zur Marienburg.

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Wunderschoen anzusehen, einige Stunden verbrachten wir dort und fuhren dann weiter nach Elbing. Am naechsten Tag war fruehes Aufstehen angesagt, um 07:30 mussten wir am Dampfer stehen, fuer die Fahrt auf dem Elbing-Ostroda Kanal mit seinen Rollbergen.

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Auch hier wieder pralle Sonne von vorne und oben, egal es war nur noch heiss. Aber die Fahrt lohnte sich, die Eindruecke die man mitnimmt sind einfach unvergesslich ! Direkt danach ging die Fahrt weiter ueber Kadiny entlang des Frischen Haffs nach Frombork.

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Ein Landstrich wo man sich am liebsten niederlassen wuerde. Im Hotel Kopernikus uebernachteten wir und fuhren am naechsten Tag nach Masuren.

Unterkunft hatten wir in Sadrys bei Ryn, in der Pension Christel hatten wir richtig Spass und verweilten dort noch einen Tag laenger. Am Tag der Anreise nahmen wir eine Abkuerzung, seit dem haben unsere beiden Koffer kleine Beulen, mehr dazu wenn wir zu Hause sind. Jedenfalls muessen das Sandpisten um die 1900 gewesen sein.

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Eigentlich braucht man nicht in die Toskana reisen, wer kennt sie nicht, diese Getreidefelder mit diesen langgeschwungenen Wellen, oder erst die Mohnblumenfelder, hier wurde alles uebertroffen.

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Von den Stoerchen ganz zuschweigen…..sie sind nicht mehr zaehlbar, ob 2,3 oder 4 Junge im Nest, sie muessen versorgt werden, und die Eltern sind auf den Feldern und suchen sich die Bauern aus, die direkt mit dem Trecker auf dem Acker sind, fast in griffweite.

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Gestern war Grenzwechsel nach Litauen, mal schnell wieder 328km um nachmittags noch die Burg Trakai zu besichtigen.

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Heute Vilnius und Kaunas, die Eindruecke muessen noch verarbeitet werden. Vilnius war Kirchenpracht und Baukunst pur, Kaunas fuer uns nicht so wertvoll, aber so sitzen wir hier im Internetcafe und berichten Euch.

Gleich zurueck nach Trakai, Ketten schmieren, Oel kontrollieren, damit wir morgen die Fahrt entlang der Memel auf die Kuhrische Nehrung nach Nidden schaffen.

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12.06.07

Schade, der Text war drin, und alles wieder hinfallig, die Rechner hier in Nidden spinnen.

Von Trakai nach Kaunas, dort über die Strasse 141 entlang der Memel, die russische Enklave auf dem anderen Ufer. Leichter Nieselregen begleitete uns heute morgen. Ein komisches Gefühl in uns, links von uns die Memel, da drüber ist Russland. Die Strasse läßt sich gut befahren.

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Rusne und am Memeldelta. Wir nutzten die Zeit für einen kleine Besuch in Rusne, nach dem wir uns unterwegs in einem kleinen Lokal kostengünstig mit einem Mittagessen stärker konnten. Die Motorräder waren wir immer auffällig, zum Glück saßen wir praktisch direkt über ihnen auf der Terasse. Auf dem Weg nach Rusne trafen wir eine kleine deutsche Motorradgruppe, die uns entgegen kam. Rusne selber ein kleiner ruhiger Ort, wo es scheint das das Leben an ihm vorbei gegangen ist. Direkt am Memeldelta nutzen wir die Zeit für einen Fotostop.

Dann in das Verkehrschaos nach Klaipeda (ehemals Memel), wir hatten ein paar Probleme die Fähre zu finden. Mit der Fähre ging es in 5 Min. auf die Kuhrische Nehrung. Endlich fanden wir ihr eine sehr nette Unterkunft im Fischerviertel Nidden, nach 405 km Fahrt von Trakai freuten wir uns auf ein kühles Bierchen.

Von unserer Unterkunft haben wir das Blick auf das Haff. Heute waren wir auf der grossen Duene, anschliessend am Strand und Susanne hat sich sogar in die Fluten gewagt beim 16 Grad Wasser.

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Gleich noch mal zum Thomas Mann Haus und dann gibt es erstmal lecker Fisch im Restaurant und die Kehle wird sich auch schon auf das kuehle Bier freuen.

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Morgen ueber Klaipeda, Palanga, Berg der Kreuze nach Riga.

14.06.07

Gestern morgen Abschied von Nidden, das viel uns auf Grund der Sinnlichkeit dieses Ortes wirklich schwer.

Die Strecke war teilweise schwer zu befahren, 30 km Baustellen waren dabei. Aber nicht so wie wir es kennen, Schotter und alles was das Herz begehrt. Entgegen kommende LKWs, die mit Steinen um sich werfen und uns in Staubwolken umhuellt haben. Ich war froh, dass sich Susanne sehr tapfer gehalten hat, denn wenn von hinten schon die Autofahrer draengeln und durch wollen habe ich sie blockiert.

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Der Berg der Kreuze, wer sich auf den Weg nach Riga von Litauen aus aufmacht, sollte es gesehen haben. Wir haben es anmutig genossen.

Seit gestern abend muede in Riga angekommen, besser gesagt wohnen wir in Jurmala. Bei der Ankunft hatte uns gleich die Polizei zu fassen. Falsch geparkt und schon waren wir fuer die Mopetten 30 Euro los. Da half auch keine Ueberzeugung, dass wir gerade erst angekommen sind. Unterkunft in einer Jugendstilvilla, aussen fein und innen drin sprechen wir lieber nicht drueber. Alles fuer nette 73 Euro pro Nacht.

Heute morgen sind wir mit der Bahn nach Riga reingefahren und schauten uns erstmal die Markthallen an. Ein buntes Treiben und leckere Sachen. Jetzt bummeln wir in der Altstadt und ich hoere lieber auf zu schreiben, denn die Sonne kommt endlich raus.

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16.06.07

Morgens wurden wir schon mit dem Regen ueberrascht. Als wir losfuhren sahen wir aus wie die Michelinmaennchen. Der Weg fuehrte uns durch Riga, hier sprang mir doch fast eine alte Oma vor die Mopette, da half nur noch den Anker zu werfen. Zum Glueck ging alles gut.

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Der Regen wurde staerker und wir fuhren bis Sigulda. Einige Sehenwuerdigkeiten waren hier zu besichtigen. Weiter ueber Trukaida nach Cesis, die Sonne brach wieder durch und die Seele hatte Ruhe. Hier genossen wir den ruhigen Abend.

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Morgen soll es nach Tartu gehen!

17.06.07

Lettland auf Wiedersehen und das Nord Valkemaa
Bei einem Plausch heute morgen mit der Hermannschen Motorradgruppe, die auch bei uns im Hotel untergebracht war, stellte sich heraus das wir uns waehrend der Tour schon dreimal begegnete ist. Wieder Regen waehrend des Fruehstuecks, die Laune ist trotzdem gut. Bei der Abfahrt blieb es trocken. Ueber Priekulie, Rauna, Smiltene durch eine wundervolle Landschaft parallel zur Gauja verliessen wir diesen wundervollen Flecken Erde.

In Valka passierten wir die Grenze, kaum in diesem Laendchen und schon wurden wir mit satten Regenschauern empfangen.

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Ueber die P46 fuhren wir durch die schoensten Landschaften, die wir bis jetzt sehen durften, das Nord-Valkemaa. Leider alles durch das regennasse Helmvisier. Wie schoen muss es erst sein, wenn es trocken ist. Ein Landstrich in diesem Land, der zum Wiederkommen einlaedt.

Ueber Otepaeae kamen wir nach Tartu, haben uns dort direkt in der City einquartiert. Ein kleines sehr schoenes lebendiges Staedtchen, das durch ein gewisses Ambiente und seine Studenten lebt. Am Abend erkundeten wir diese Stadt genauer. Mit netten Leuten sassen wir bis eben noch 02.00 Uhr am Tisch und plauderten ueber nette Erlebnisse.

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Morgen, nein heute gehts zum Peipsisee und in den Laahemaa-Nationalpark.

Zur Zeit haben wir 3.300 km auf dem Buckel und die beiden GSn tuckern gemuetlich und gesund unter unseren Hintern dahin.

19.06.07
Tallin und das traumhafte Estland

Von Tartu trieb es uns zum Peipsi See, unterwegs musste getankt werden. Allerdings war die Tankstelle nicht intakt, ich hatte den Schnorchel schon im Tank und irgendwas lief rein, vielleicht nur ein paar Troepfchen, keine Ahnung was. Jedenfalls fing die Dakar ab diesem Zeitpunkt an zu ruckeln.

In Koopsi wollten wir ueber eine Schotterpiste direkt an den See, da streikte sie dann voll uns ganz und ging aus. Welch Schreck. Tank geoeffnet, ein leichter Unterdruck, dann den Motor abkuehlen lassen und nach ca. 30 Minuten startete ich erneut und sie sprang zum Glueck an. Die Gasannahme war auch wieder wie frueher, also weiter.

Kurz vor Musteeva kamen die russischen Doerfer, eine schoene Idylle, wie die Haeuser dort am Wasser lagen. Ein paar kleine Regentropfen und wir mussten nach einem Kaffee weiter.

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1 Stunde spaeter erreichten wir den Laahema Nationalpark am finnischen Meerbusen. Wir buchten ein Zimmer in Kolga auf einem alten schwedischen Gutshof. Hier blieben wir 3 Naechte und starteten einiges an Touren. Wundervolle Straende, die bunten Fischerdoerfer in den Buchten, Waelder ueber Waelder. Auch die Muecken waren so gross, das man sie mit der Schrotflinte runterschiessen koennte. Auf Empfehlung des Reisefuehrerbuches sind wir zu einem Biberpfad in der Natur. Wir dachten erst, das die Daemme alt und nicht mehr bebaut werden, aber nach einigem warten kamen dann zwei fette Burschen aus dem Wasser aufgetaucht und waren wohl genau so neugierig wie wir.

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Unterwegs im Nationalpark lernten wir einiges an Bikern kennen und quatschten uns foermlich fest. Es wurde einiges an Erfahrungen ausgetauscht.

Oder Abends auf dem Gutshof sassen wir noch mit Radfahrern oder Motorradfahrern zusammen, teilweise bis in die Nacht hinein. Eine Gruppe war ueber Helsinki in St. Petersburg, ich denke fuer uns waere das auch ein Akt gewesen. An der Grenze wohl nur Schikane und was weiss ich noch alles. Jedenfalls waren es interessante Themen.

Im Nationalpark liess es sich aushalten, das Wetter war wie bisher auf unserer ganzen Reise einfach ein Traum, zwar zweimal Regen ueber einige Stunden, aber sonst sind wir verschont geblieben und ich hoffe es wird weiterhin so bleiben.

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Heute morgen ging es nach Tallin, wir wohnen hier in einem netten Hotel 5 Min. zu Fuss von der Altstadt entfernt. Morgen abend gehts zum Freilichtmuseum, wo wir das Johannisfest feiern werden. Gross mit Feuer und einer Menge anderer Dinge.

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Am Sonntag setzen wir nach Helsinki rueber, hier ein kurzer Stop und dann Richtung Turku. Von dort aus gehts in den alten Postvegen ueber die ganzen Schaeren der Aland-Inseln.

22.06.07
Johanni Nacht

Gestern abend ein Ansturm auf den Bus, der ja auch nur stuendlich zum Freilichtmuseum in Tallin faehrt. Zusammen mit einem Ehepaar das wir in Kolga kennengelernt haben und die zufaellig in Tallin trafen wagen wir uns zu diesem Fest.

Gute Tausend Menschen trafen sich dort ein, ein wundervoller Anblick, alte Windmuehlen, die kleinen Reetdachhauser. Folklore-Tanzbuehne, Musikbuehnen auf denen die Musiker typische Landesmusik spielten und das in ihren Trachten.

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Jung und Alt auf der Tanzflaeche, einige hatten zwar zu viel getrunken, aber keine Auffaelligkeiten und so wurde es zu einem wundervollen Fest. Das Feuer fast direkt am Meer brannte meter hoch. Die Menschen standen andaechtig herum.

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Die Musik

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Folklore Gruppentanz

Punkt 24:00 Uhr trat ein geschmuecktes Maedchen auf die Buehne und erzaehlte eine Geschichte, dazu begaben sich eine Frau und ein Mann an das grosse Feuer, entzuendeten eine Fackel. Stiegen in ein Boot und ruderten auf das ruhige Meer. Irgendetwas schoenes muss die Geschichte aussagen, zu Hause muss ich erst einmal herraus bekommen, was es zu bedeuten hat.

Eine kurze Nacht, es regnet und die Faehre wartet auch schon.

24.06.07
Die Schären

Vorgestern morgen von Tallin nach Helsinki, hier eine sehr nette und beeindruckende Stipvisite.

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Schnellfähre Tallin-Helsinki

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Helsinki

Die Fahrt ging weiter, wir hatten uns mit der Zeit verschaetzt und kamen sehr spät in Turku an, das erste Hostel war zu schmuddelig, das Zweite geschlossen. Die Hotels in Finnland zu teuer. Zum Glueck hatte der Campingplatz noch auf und wir bekamen dort eine Uebernachtungsmöglichkeit. Wirklich nett gelegen und direkt an den Schären.

Gestern morgen ging es von Turku ueber die Randschären nach Osnäs, beschreiben kann man das alles nicht, wieder mal Glueck und das Wetter vom feinsten. 45 Minuten fuhren wir ueber mit der Faehre durch die Schärenwelt.

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Auf der Schären Insel Brandö

Wir erreichten Brandö gegen 14:30 Uhr und fanden spontan eine Huette fuer uns, wie auf „Ferien auf Salkrokan“ bei Astrid Lindgren. Ruhig gelegen, die Sonne von oben, bis zum Wasser 30 Meter und der Terassenblick auf das Wasser. Abends sogar der Sonnenuntergang vor der Haustuere. Was will einem das Leben mehr bieten.

Heute ist das Wetter bedeckt, sonst wären wir noch geblieben. Somit fahren wir jetzt nach Mariehamn.

Bis die Tage, keine Frage

26.06.07
Schweden…irgendwie fühlen wir uns wie zu Hause

Heute morgen haben wir uns kurzerhand umentschieden. Das Wetter war zu schlecht um zu bleiben. Gegen 1300 Uhr fuhren wir mit der Viking Line rueber nach Kappelskär. Auf der Ueberfahrt trafen wir Lasse, einen schwedischen Biker. Eine nette Ueberfahrt, denn wir hatten viel auszutauschen.

Während der Ueberfahrt goss es schon in Strömen. Lasse gab uns noch einen guten Tipp fuer in eine Uebernachtung suedlich von Stockholm in Trosa. Es waren knapp 158 km, die wir uns durch den Regen quälen durften, dazu noch mitten durch Stockholm in den vollen Feierabendverkehr.

Die neuen Polo Schuhe hielten zum dritten mal nicht ihr versprechen, absolut Wasserdicht zu sein. “ Alle meine Entchen schwimmen in dem Schuh“, dagegen muessen wir morgen erstmal was unternehmen. Eine netten Unterkunft in einem netten verträumten Ort, der irgendwie an Holland mit seinen kleinen Kanälen erinnert.

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Trosa-eine kleine wundervolle Stadt südlich von Stockholm

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Der Raps bei Advidaberg

Die Wetterprognose sieht nicht gut aus, dennoch werden wir den Weg ueber die Oeresundbruecke und den Grossen Belt wagen. Ob noch die Möglichkeit besteht von unterwegs zu schreiben mag dahin gestellt sein. Entweder trudeln wir Samstag oder Sonntag späten nachmittag ueber Flensburg in Kiel ein.

27.06.07
Vimmerby…oder wie war es noch vor vielen Jahren

Eingeweihten sagt es was, wie Susanne und Sabine vor vielen Jahren eigentlich in die Bonscherfabrik nach Mariannelund wollten und in Vimmerby landeten…nun gut das ist lange her, aber es wird sich gerne dran erinnert.

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Bullerbyn

Mittlerweile sind wir durch das verträumte Södermannsland durchgefahren und durften endlich mal wieder Kurven fahren. Seen, Wälder, saftige Wiesen und sogar der Raps zeigt sein Gelb hier noch vom Besten.

Eigentlich haben wir unsere Tagesetappe fast geschafft, lediglich 30 km fehlen noch bis Mariannelund. Hier in Vimmerby werden wir erstmal genuesslich was zu uns nehmen und mal sehen wie gut die Zeit es mit uns meint. Unterwegs hatten wir ein bisschen Regen, aber bei dieser Landschaft macht das nichts. Hoffentlich geht das mit dem Wetter gut. Vermutlich bewegen wir uns immer an der Wettergrenze entlang.

Bis die Tage, Kiel ist nicht mehr weit !

28.06.07
Malmö, die Sundbrücken und die Regenmassen auf dem Weg nach Kiel

Der Tag der Heimkehr, am Vortag schnüffelten wir noch in Malmö rum und bezogen unsere Unterkunft in Höpökinge. Am nächsten Morgen kam die Heimfahrt dran. Tja, alles geht einmal zu Ende ! Die Zeit raste an uns vorbei, dennoch fragten wir uns an manchen Tagen, welchen Wochentag wir eigentlich haben. Dem Wetter konnten wir so manchmal ein Schnippchen schlagen und die Eindrücke sind bisher überhaupt noch nicht verarbeitet.

Jedenfalls zum letzten Tag, wir hatten an die 460km auf dem Programm. Erstes Ziel war die gigantische Öresundbrücke, ist war reichlich windig, aber mit reduzierten Geschwindigkeit konnten wir die Fahrt geniessen. An Kopenhagen vorbei und zur Storebelt-Brücke, genau so gigantisch wie die Erste, nur noch länger. Ein komisches Gefühl, obwohl wir doch die Nord-Ostsee-Kanal Brücken kennen, wirken die Brücken entgegen der Sund-Brücken, wie kleine Bachbrücken. Und wenn dann erst die großen Frachter unter einem sind, wirken diese auch noch richtig klein, beachtlich wirklich !

Der Himmel zog sich zu und wir kamen gerade noch in der Christian Andersen Stadt Odense an, bevor der Regen begann. Uns war die Stadt schon bekannt, als wir vor vielen Jahren einmal hier waren. Einfach eine Pause machen, einen Kaffee trinken und noch mal die kleinen netten alten Häuser bewundern, die aus der Zeit von Christian Andersen stammten. Nur der Regen machte er eine Springorgie daraus, wir sprangen von Vordach zu Vordach in der Fußgängerzone. Ein heftiges Gewitter mit Hagel ging runter und die Gullies konnten kaum die Wassermassen schlucken.

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Der Regen in Odense

Endlich trockener, schnell in die Regenkombis und wieder auf die Autobahn, dann noch Stau vor der Kleinen Belt Brücke, zum Glück wichen wir aus. Wieder Regen, Notstopps unter Autobahnbrücken weil man nur noch Null Sicht hatte. Das ging uns öfter so. So tingelten wir uns bis nach Krusa durch, ein Hot-Dog Stopp. Dann gings auf die letzten Kilometer gen Kiel, die wir über die B76 abspulten. Kaum in Deutschland, und der Regen war vorbei.

Unterwegs ereilte uns schon eine SMS von Freunden, wir waren zum Essen eingeladen. Besser konnte es ja nicht sein, zu Hause waren kleine Willkommens-Kleinigkeiten aufgereiht. Abends beim leckeren Essen wurde viel viel erzählt.

30.06.07
Geschafft….der shortwayaround ging zu Ende

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Geschafft-Zu Hause

Es war eine lange Planungsphase, aber sie hat sich ausgezahlt. Dank sei hier ausgesprochen an unsere Freunde Christiane und Wolfgang, die ja eigentlich mit dabei sein wollten. Leider kam es anders und wir fuhren das Ding alleine, aber aufgrund der intensiven Planungsphase zu viert, hatten wir nur noch wenig abzuändern oder umzuplanen. Alles lief wie am Schnürchen, die Strecken waren gut vorbereitet, die Orte so ausgewählt, das hin und wieder auch ein Tag hinten dran gehängt werden konnte. Es war immer ein bisschen Luft für andere Dinge auf der Reise. Über das Wetter brauchen wir uns nicht zu beschweren, es zeigte sich meist von der besten Seite, hin und wieder hingen mal die Wolken tief, auch gab es während der Fahrt mal heftig eins auf die Mütze. Aber was sollten wir erwarten, wenn wir 4 Wochen in nördlichen Ländern unterwegs sind und zum Ende hin gesehen, hatten wir überwiegend Sonne.

Knapp 5700 km wurden es, geplant waren 4500 km. Fast 91 Stunden saßen wir in diesen Wochen auf dem Motorrad. Zähle ich Deutschland mal nicht mit dazu, so haben wir 8 Länder durchfahren. Haben Dinge erlebt, die man nur als Individualtourist erfährt, haben viele Menschen kennengelernt. Dazu Dinge zu erfahren bekommen, die unheimlich nachdenklich machen und sich vielleicht sogar auf unser Leben auswirken, weil man jetzt einiges anders sieht. Defekte waren zum Glück nicht zu beklagen, okay die Dakar zuckte zweimal. Die Gegensprechanlage viel nach 2 1/2 Wochen aus. Die Michelin Tourance bei Susanne würden noch länger von der Profiltiefe her halten, wenn wie bei mir nicht die Platte reingefahren wäre, denn Kurven muss man da oben wirklich suchen. Der Conti TKC80 Hinterradreifen an der Dakar schaffte gerade noch die Ankunft in Kiel und vielleicht ein paar Kilometer mehr, die Stollen sind im Mittelbereich weg. Ein paar Schrammen und Beulen an den BMW Koffern, entweder durch Seegang auf der Fähre entstanden oder auch mal durch einen Umkipper.

Wichtig ist, wir sind heil zurück gekommen ! Ich dachte die Deutschen fahren schon verrückt mit ihren PKW’s oder LKW’s, lieber zweimal oder dreimal versichern was sich im Verkehr entwickelt und dann fahren und lieber mal zurück stecken als drauf zu halten.

Wie war es noch gleich, die Monate in der Planung, als Verwandte und Freunde erfuhren was wir wir vor hatten ? Wie waren die Vorurteile der Anderen über die Dinge, die aus einigen der von uns bereisten Ländern im Umlauf sind. Wir haben es erlebt und können aus unseren Erfahrungen sagen, das auf uns bezogen nichts zugetroffen ist. Sicherlich waren wir in den ersten Tagen skeptisch und auf der Hut, eben geprägt durch die Meinungen der Umwelt. Von Einheimischen haben wir erfahren, das es wirklich nicht anders ist als bei uns. Mit vielen Reisenden haben wir uns ausgetauscht, alle waren wir uns über das Erlebte einig und kamen zur selben Meinung. In den 3 baltischen Ländern haben wir den ganz gewaltigen Unterschied zwischen Armut und Reichtum kennengelernt, der einen nachdenklich macht. Es sind mittlerweile EU Länder, ein Land es weiter als die beiden anderen, aber das spürt man gleich im Portemonai. Wir empfanden den Unterschied vom Euro- und Kulturschock zwischen Estland und Helsinki nicht mehr als so stark wie wir es gehört und gelesen haben, in den letzten Jahren hat sich im Baltikum sehr viel getan. Und ich kann nur sagen, diese Länder sind eine Reise wert. Die Ländern bauen viel auf den Tourismus auf, noch läuft der Nostalgie-Tourismus mit unserer vorletzten Generation, die auf den Spuren ihrer Eltern und Großeltern sind. Man spürt jetzt schon ein Umdenken.

Wir sind zwei Menschen die die Landschaften lieben lernen, die die Natur geniessen können, die sich mit den Sinnen und Augen daran satt sehen können. Auf dieser Reise konnten wir wirklich nur einen ganz kleinen Teil kennenlernen und der hat uns schon überwältigt. Auch wenn wir nicht zu den Bikern gehören, die mit dem Zelt unterwegs sind und noch wieder andere Dinge erleben, doch haben wir unsere Erfahrungen auf eine andere Art und Weise gemacht.

Die Reise geht mit Wehmut zu Ende, da wir beide viel Spaß unterwegs hatten. Die Zeit verflog doch in Eile, dennoch vergaßen wir die Tageszeit und der Wochentag. Für uns beide die erste Erfahrung mit dem Motorrad unterwegs zu sein und es wird nicht die letzte gewesen sein. Auch auf Wolfgangs Frage am gestrigen Abend einzugehen, ja wir machen es wieder. Ich habe Lust darauf bekommen und jetzt ist wieder eine Unruhe in mir, weil mich gewissse Fernziele mit dem Motorrad reizen. Diese Fernziele haben Zeit und bedürfen gründlicher Überlegungen.

Im Reisegepäck habe ich 140 Seiten Skripte, Susanne etwas weniger, fast 1000 Bilder und etwas Videomaterial mit gebracht. Jetzt beginnt die Zeit des Aussortierens, und mal sehen was wir daraus machen.

Ein Dank an all die Leute, die während der Reise an uns gedacht haben und die sich etwas Sorgen um uns gemacht haben. Ein großer Dank an Wolfgang und Christiane, ohne dessen Unterstützung so einiges nicht gelaufen wäre.

9 Responses

  1. Sven Bruhnke
    Sven Bruhnke / 7-4-2007 / ·

    Schön,
    daß Ihr wieder gesund zurückgekommen seid…..bis demnächst!

    LG
    Sven und Doris

  2. Christiane
    Christiane / 6-29-2007 / ·

    Ihr Lieben,
    ungläubig lese ich ein unausgesprochenes Sehnen nach eurem Heimathafen Kiel, obwohl ihr so viele schöne Dinge in den vergangenen vier Wochen gesehen habt! Oder ist es die Sehnsucht nach eurem eigenen Bett? Wohl doch eher die verpasste Erdbeertorte vom Himbeerhof Steinwehr ;-))?! Hatten wir auch keine Zeit zu, aber die Familie hat uns auf ihren zahlreichen Besichtigungsbesuchen ein großes Stück Torte mitgebracht!!
    Wie auch immer, unser Haus ist fast „fertig“, und die Terrasse wartet auf euch zur Entspannung, der Schampus ist für euch kalt gestellt, und ich fange in Vorfreude auf euch schon wieder an zu heulen :-).
    Bis morgen (vielleicht), ganz liebe Grüße und kommt gut heim,
    euer Empfangskommando!

  3. Carsten
    Carsten / 6-21-2007 / ·

    Moin Kollegen,
    die Zeit ist knapp, leider sind die Rechner hier alle alt und haben nicht mal nen USB, so das ich Bilder einstellen kann. Wir fallen abend totmüde ins Bett.
    Viel Spass bei der Arbeit und ein Gruss an das Kollegium
    Carsten

  4. Stephan
    Stephan / 6-19-2007 / ·

    Hallo ihr beide,

    was uns hier gerade auffällt, die Berichte werden kürzer, aber nicht uninteressanter. Was wir auch vermissen, sind schicke Bilder.

    Trotzdem noch viel Spaß…ach ja, Kieler Woche existiert auch ohne euch 🙂

    Schönen Gruß aus Kiel

    vom Schichtbüro

  5. Olaf Bathke
    Olaf Bathke / 6-12-2007 / ·

    Wie ich sehe seid ihr schon unterwegs. Ich wünsche euch alles Gute, viel Spass und kommt heile wieder zurück.
    LG aus Kiel
    Olaf Bathke

  6. Ralf
    Ralf / 6-6-2007 / ·

    Hallo Ihr beiden, schön zu hören das es Euch gutgeht. Wir wünschen weiterhin gute Fahrt und nur !!!! schönes Wetter. Gruß aus Kiel Sabine und Ralf

  7. Baumi
    Baumi / 5-30-2007 / ·

    Hallo Susi, hallo Carsten!
    Ich wünsche euch viel Spaß, immer genug Sprit und ’ne Hand breit Luft im Reifen. Kommt heil wieder und berichtet uns dann.

    Gruß,

    Baumi

  8. Sven Bruhnke
    Sven Bruhnke / 5-30-2007 / ·

    Hallo Ihr beiden Rocker,

    viel Spaß wünsch ich Euch bei Eurem Trip ins Baltikum.
    Geniesst die weite Steppe und bleibt gesund und kommt heil wieder ins schöne M-Hof.

    Gruß aus W-land vom „trailhunter“ :-))))
    Sven

  9. Olaf Bathke
    Olaf Bathke / 5-25-2007 / ·

    Hallo aus Kiel,

    ich wünsche euch viel viele Abenteuer und Erlebnisse.

    Euer Olaf

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