2012 On y va Pyrenees

07.06.2012
Die Strecken sind abgestimmt und per Garmin geplant, die Packliste erstellt, damit nicht jeder Alles mit nimmt. Die Motorräder technisch in Ordnung, die Stimmung zeigt, der Travel Bug ist plötzlich wieder da. Diesesmal nicht alleine mit Susanne, sondern mit vielen lieben Freunden.
Uns hat es 2010 auf der Gobaltic so gut zusammen gefallen, das wir einen weiteren Versuch wagen. Es ist nicht leicht eine kompkate Gruppe zu bilden. Jeder hat seinen Jahresurlaub, jeder hat seine Ansprüche. Doch vor 2 Jahre spürten wir, das jeder in der Lage war, zu Gunsten der Gruppe zurück zu stecken

Es sollte anders kommen als geplant. Die Aufregung in den letzten Tagen war bei einigen doch riesen groß, jeder zählte schon die Tage bis zur Abfahrt.

15.06.2012
Am Freitag Abend sollten wir um 20:00 Uhr zu Verladung am Autozug DB in Hamburg Altona bereitstehen. Alles ging glatt bis Freitag Morgens. Martina sichtlich enttäuscht rief an, das HP seit dem Vorabend über starke Bauchschmerzen klagte. Selbst Schmerzmittel halfen nicht, so ging es dann gleich Freitag morgens zum Arzt, dieser schickte ihn gleich ins Krankenhaus.
Ausfall auf ganzer Breite, eine riesen Enttäuschung für uns alle, man kann es den beiden überhaupt nicht abnehmen, mit welcher Enttäuschung auch die Beiden die Entscheidung getroffen haben, die lange geplante gemeinsame Reise abzusagen.
Karl kam zu uns, die Reise ging los, eine Regenfahrt nach Hamburg über die Autobahn, das sind ja schöne Vorboten. Aber die Hoffnung stirbt zu letzt. Dort trafen wir Hanna und Volker, die aus Lemwerder angereist sind. Unser letzter Mitstreiter Holger ist schon am Donnerstag los gereist und macht die Strecke nach Lörrach direkt mit dem Motorrad.

Massen von Motorrädern gingen nach München, unser Zug war der letzte und irgendwann gegen 2245 lief er dann auch Richtung Lörrach.

Trotz Trübung der Gedanken hatten wir viel Spaß und Pastis war das Stimmunggetränk.

16.06.2012
Pünktlich stand Holger am Bahnhof in Lörrach und sah uns einfahren.
Karl brauchte noch schnell Träger für seine neue Motorradhose und schon waren wir auf kleinen Nebenstrassen im Französischen. Morgens hatten wir schon über 22°C, wie soll der Tag erst werden. 282 km standen auf dem Zettel durch die schweizer und französiche Jura entlang des Flusses Doubs. Nur vom Hörensagen wussten wir um diese tolle Landschaft, fazinierende Blicke links und rechts der Strasse. Rauf und Runter waren der Vorgeschmack für die Berge, sanftes Einschwingen mit den Motorrädern und wir kamen Mittags in Saint Hippolyte auf dem Marktplatz an. Einiges stand an Motorrädern auf dem Marktplatz und wir gesellten uns zu den anderen am platzansässigen Restaurant.

Gut gestärkt ging die Fahrt weiter entlang der Doubs, die Temperaturen stiegen bis auf 28°C und kein Wind. Nur der Fahrtwind brachte Erleichterung. Gegen 18:15 kamen in Clairvaux Les Lacs auf dem Camping La Griesere an, bekamen gleich ein Wunschplätzchen direkt am See frei nach Wahl. Alle schwärmten aus und keine Einigung, was für ein wilder Haufen und keine Einigung in Sicht. Beschluss und dann stand der Platz fest. Das erste Aufbauen des Equipment war noch etwas schwerer und dauerte. Unser Campingnachbarn aus Sinzingen luden uns ein, Holger besorgte noch etwas Bier und so saßen wir zusammen mit den beiden und einem Schweizer zusammen. Eine sehr lustige Runde. Der Abend endete sehr angeheitert.

17.06.2012
Morgens zum Frühstück gab es leckere frische Croissant, das bepacken der Motorräder dauerte!

So kamen wir erst entspannt gegen 10:30 Uhr am Platz los, schnell noch tanken und weiter geht die Reise. Es ging durch die wundervolle französische Jura, ein lecker Mittagstisch in den Bergen und der erste Pass stand an. Der Col de Richmond war zum einschwingen und dann über kleine Nebenstrassen zur Einfahrt in den Col de Colombiere, dort schraubten wir uns genüsslich hoch und hatten von oben einen tollen Blick auf den See von Aix les Bains.

Doch von oben war es ein atemberaubender Blick auf französichen Alpen, die teilweise noch Schnee in den Spitzen hatten. Den Pass schraubten wir uns runter, Serpentinen, die ich persönlich in ihrer Eigenart der Spitzkehren noch nie gefahren bin, es ging runter wie in einer Spirale am Berg. Entlang am See von Aix-Les Bains, dort hatten beeindruckende Aussichten über die Landschaft; kamen wir nach Chambery. Weiter ging die Hatz nach St. Pierre des Chartreuse, Serpentinen über Serpentinen durch die eindrucksvolle Gebirgslandschaft Savoyens. Auch heute kamen wir erst gegen 19:00 Uhr auf dem Platz in St.Pierre de la Chartreuse an. Die Temperaturen waren tagsüber über 30°C, die Zelte wurden schnell aufgebaut, die Dusche rief uns förmlich in sich hinein. Wir geniessen den Abend bei Rose / Rotwein und Käse und plaudern über das erlebte an diesem Tag.

18.06.2012
Martinas geplante Route, doch sie sitzt leider zu Hause. Erstmal schraubten wir uns runter nach Grenoble, wir hatten nur einen Kaffee gemacht, die Idee schnell eine Boulongerie zu finden gestaltete sich schwierig. In Grenoble fanden wir diesen, noch einen Kaffee, ein paar Croissants und der Magen war gestillt. Das schrauben in die Höhe ging gleich wieder los, Serpentine über Serpentine. Im Varcors durchfuhren wir eine wundervolle Schlucht, traumhauft Grün, das morgentliche Licht erhellte diese eigentlich dunkle Schlucht wundervoll. Leider hatten wir nicht die Zeit, denn 286 km Bergstrecke sollte bis Vallon Pont D’Arc geschafft werden.

Pässe über Pässe fuhren wir, beeindruckende Bergwelt, immer wieder tolle Eindrücke nahmen wir mit. Vor dem Col de Rosset sahen wir Hanna und Volker noch ganz kurz, allerdings folgten sie uns nicht mehr durch den Tunnel. Irrtümlicherweise sahen sie einen anderen winkenden Mann und hielten diesen für Holger und fuhren anders ab. Die Zeit verging bis sie zurück kamen. Mittagstisch in der kleinen Stadt Die in einer sehr netten Brasserie.

Von dort ab ging es wieder zügiger in die Ebene, kaum dort angelangt kamen wir in die Gegend, wo der Lavendel angebaut wird. Leider ist die Blüte noch nicht in vollem Umfang da. Aber wir nahmen den traumhaften Duft und Anblick mit. Jetzt verstehe ich einige alte französische Maler, die diese Gegend aufgrund der wundervollen Farbgebung bevorzugten.

Endlich kam die Einfahrt in die Ardeche Schlucht. Wir waren vor 25 Jahren schon einmal dort, es hat sich viel verändert. Auf dem Camping in Vallon Le Clapas wurden wir herzlichst empfangen, der von den Männern ausgesuchte Platz hatte leider nicht so diesen Blick auf die Ardeche. Dennoch hatten wir wieder einen wundervollen gemeinsamen Abend.

19.06.2012
Die Tour von der Ardeche in die Tarn Schlucht mit Folgen.
Das Packen läuft mittlerweile gemeinsam richtig schnell und wir kommen auch zügig los. Erstes Ziel war die Schlucht von Chazzerac, hier fanden wir einige netten Ecken, die auch für Fotostops reizend waren.

Über Pied de Borne kamen wir nach Villefort, dort die erste Pause, dann über den Cirque de Lozere in eine Passtrasse runter nach Genolhac. Nächstes Ziel war der Einstieg in die Tarnschlucht runter nach Le Pont de Montvert. Nach dem Mittagessen wollten wir noch ein gemeinsames Foto auf er Brücke mit den Motorrädern machen, doch zusammen mit einem Müllwagen verbreiteten wir ein kleines Verkehrschaos auf der einspurigen Strecke. Die Truppe lief harmonisch weiter.

Von Villfort nahmen wir noch einen kleinen Pass in die Hochebene des Lozac, schöne enge Serpentinen brachten uns runter nach Genolhac.

Zwischen Cocures und Bedounes passierte es dann, Holger F650 GS ging ständig aus und wir mussten stoppen. Werkzeug raus und das Ding wurde zerlegt, Verdacht auf Zündkerze, die nicht mehr zu retten war. Dank Garmin sind wir schnell mit der Zündkerze nach Florac gefahren, diese wurde uns für 18:00 Uhr versprochen.
Der Rest der Tour war gelaufen.

Nichts desto trotz schraubten Karl und Holger an der Mopette weiter, die Hoffnung stirbt zu letzt. Ich bin dann noch mal nach Florac zurückgefahren und mehr als pünktlich war die Zündkerze beim Renault Händer. Ab zurück und dann wurde das Teilchen eingebaut. Aber, aber, keine Verbesserung, wir waren ratlos und enttäuscht. So bauten wir die F zusammen und Holger schob sie die letzten 200 Meter zum Campingplatz Chantemerle in Bedoues. Dort wurden wir mit Hilfe von Nicole und Claudio nur so überschüttet und Holger durfte sogar die Werkstatt benutzen.
http://www.camping-chantemerle.com
Leider half alles nichts und das Ergebnis war gleich null! Was machen wir ? Das vorzeitige beenden der Tagesetappe bedeute zwangsweise auch die Kürzung der anderen Strecken. Unsere Tagesetappen war so knapp bemessen, das es unmöglich war, die komplette Streckenführung noch zu schaffen. Wichtig war, das Holger geholfen werden musste. Wir saßen so noch am Abend zusammen und planten bzw. kürzten die Folgeetappen. Karl und ich mussten Einbußen in unserer Planung hin nehmen, was nicht leicht viel. So entschieden wir uns trotzdem dafür, Carcassone weiterhin in der Streckenführung zu belassen. Denn das war das Ziel der ehemaligen nächsten Tagesetappe.

20.06.2012
Am nächsten morgen besprachen wir das Szenario noch mit Holger. Wir gaben ihm noch die Servicenummer von BMW Deutschland und riefen noch zusammen dort an. Unerwartet schnell wurde dann geholfen, aber dazu später.
Nachdem Abschied von Holger zogen wir Richtung Südwest entlang der Tarnschlucht. Auch wenn Susanne und ich dort letztes Jahr im Herbst schon waren, entdeckten wir immer wieder neue Eindrücke. Es ist einfach traumhaft. In Le Pont Montvert stoppten wir auf eine Mittagpause in der einer Brasserie. Zusammen genossen wir den Flair, den das Örtchen ausstrahlte.
Vor der Abfahrt wollten wir ein gemeinsames Foto auf der Brücke mit den Motorrädern machen, doch dadurch lösten wir zusammen mit einem Müllwagen ein kleines Chaos aus.
Die Fahrt ging dann weiter nach St.Enimie, auch wieder ein kleiner Stop mit Rundgang, einfach wunderschön, wie dieser alte Ort wieder hergericht worden ist. Auch hier war eine gewisse Wirkung zuspüren, alles zusammen strahlte ein gewisses etwas aus. Ein kleiner Ort am Hang direkt an der Tarn der über viele Jahrhunderte seinen Flair behielt.
Schade, das die Zeit zu kurz war, so näherten wir uns Kilometer für Kilometer der Stadt Millau, kurzes Tanken und Lebensmittel bunkern für ein Picknick unterhalb des Miliau Viaduktes. Dort Picknickten wir und genossen diesen Anblick auf dieses gigantische Brückenbauwerk, alleine diese Farben des Bodens mit dem Gelbgün und Rot der Bodens hatte was besonders.
Dort picknickten wir, bevor uns die Strecke bis Carcassone führte. Schnell noch auf den Camping rauf und Feierabend für den Tag wurde eingeläutet.

21.06.2012
Frühes Aufstehen war angesagt, wir mußten um 12:00 Uhr vom Campingplatz runter. Also wurden die Zelte eingepackt, die Motorräder gepackt. Von Holger hörten wir zwischenzeitlich, das er Unterstützung von BMW bekommen hatte, die ihm einen Servicemann schickten, der versuchen sollte das Motorrad zum laufen zu bekommen, was aber nicht gelang. Er soll am nächsten Tag zu BMW nach Montepellier gebracht werden.

Wir hingegen sind am frühen Vormittag zu dem 15 minütigen Weg in die La Cite aufgebrochen. Diese alte Stadt von Carcassone ist schon beeindruckend. In aller Ruhe schlenderten wir durch die alten Gassen und genossen diesen Flair. Dann wurde es auch schon wieder Zeit, zum Camping zurückzukehren. Die Strecke war angenehm leicht zu fahren, unser Ziel war nicht allzuweit und wir hatten Zeit. Unterwegs kamen wir durch den Ort Mirepoix, der auf eine verspätete Mittagspause einludt. Der kleine Ort wirkt sehr malerisch mit seinen hölzernen Arkaden fast rundum den Markplatz.
Auf den letzten 80 Kilometer gerieten wir noch in ein schweres Gewitter Unwetter, auf einem Flughafen fanden wir noch gerade rechtzeitig Unterschlupf, bevor der starke Regen einsetzte, ungeheurer starke Windböen drückten fast die F800GS auf die Seite, das Maschinchen kam ganz schön ins wackeln trotz der Vollbeladung. Kirschgroße Hagelkörner, große Müllcontainer die sich selbstständig machten und ungeheure Wassermassen.

Wir hatten einfach nur Glück, kein Regenzeug hätte da stand gehalten. Erst als der Regen aufhörte und sich der Wind legte fuhren wir weiter. Unser Tagesetappenziel war die Grotte Mas d’Azil. Beeindruckend wie man über eine schlängelte Strasse durch so eine überwältigende Höhle fahren kann. Ein Spaziergang rundete die Besichtigung ab, leider konnte wir uns nicht die Höhlenmalereien anschauen, da dort ein neuer Eingang gebaut wird. In der Nähe befand sich gleich ein Camping, wo wir unsere letzte Campingnacht verbrachten.

22.06.2012
Gemütlicher Aufbruch in den Midi Pyrenees, es sollte der Tag der Pässe werden. Die Temperaturen waren endlich mal wieder angenehm kühl nach dem gestrigen Gewitter. Hinter Porte d’Aspet kamen wir in den ersten Pass hinein und schraubten uns auf eine Höhe von fast 900 Metern auf den Col de la Porte, dann über den Col de la Clin zum Col de la Mente, wo wir auch die Mittagspause genossen. Es war an dem Tag wirklich kalt mit fast 8°C in den Wolken und deren Feuchtigkeit. Über die Nationalroute fuhren wir dann ein kurzes Stück nach Spanien Richtung Vielha um dort den Einstieg zu kommen, der uns auf den Col de la Peyresourde bringen sollte. Von dort aus weiter zum Col d’Aspin und schon lag unser Tal Campan vor uns. Ich benachrichtige unsere Vermietern, das wir in der nächsten Stunden eintreffen würden. Auf Anhieb war das nicht zu finden mit unserem Haus und wir verirrten uns auf kleinen Wirtschaftwegen mit am Berg. Doch nach dem ich einen Bauern fragte und ihm sagte wo ich hin wollte, gab er mir den Tip, wie wir fahren mussten. So trafen wir am späten Nachmittag dort ein und übernahmen unser Ferienhaus, in dem wir jetzt eine Woch verbringen. Es dient als Basisstation für unsere Motorradtouren durch die Haute Pyrenees.

23.06.2012
Wochenmarkt in Bagneres de Bigorre, die Lust zum schlenderten, einkaufen und gemeinsames Kochen überwog das Motorradfahren. Dazu dieses wundervolle Haus. Der Tag Ruhepause wird uns gut tun.


24.06.2012
Bei so einem Ambiente im Haus und dieser Blick aus unserem Garten in das Vallee Campan kann man sich nur wohlfühlen. Aber das Motorradfahren wollen wir nicht so so ganz außer acht lassen.
Nach einem gemütlichen Frühstück sattelten wir die Motorräder und fuhren in Richtung Col de Tourmalet, über St.Marie de Campan kamen wir zum Einstieg.

Unwahrscheinlich viele Radfahrer sahen wir auf der Strecke, aber es ist halt eine Woche vor dem Start der Tour de France, da brummt es eh in den Pyrenäen. Dazu hier in den Pyrenäen werden die Pässe Aubisque, Tourmaet, Aspin und Pyresourde an einem Tag gefahren, das ist wirklich sehr beachtlich.

Das Wetter war wunderschön und dazu eine sehr klare Sicht. Vorbei an La Mongie schlängelten wir uns die letzten Meter auf die Passhöhe des Col de Tourmalet hoch, oben genossen wir den Blick über die Bergwelt. Alleine diese kleine Gaststätte ist sehenswert, Doch diesesmal hat sie leider geschlossen. Oben tummeln sich die Radfahrer, um sich entweder vor dem Gasthaus oder vonr dem Passschild ablichten zu lassen. Die Abfahrt schwingt sich dem Berg entlang und über Luz St. Sauveur entlang der D921 Richtung Gavernie, und ein Abbieger in dieses Seitental fuhren wir zum Cirque de Troumouse. Die letzten 7 Kilometer nach der Mautstation schlängelte man sich an den Berghängen entlang auf diese kleine Hochebene, die wundervoll umrandet durch diese Berge sind. Wie ein gewaltiger Zirkus wirkt diese Bergkulisse. Dort fühlen wir uns wie auf einer Bühne inmitten der wundervollen Natur. Ein kleiner Fussmarsch hoch zur Madonna, von dort war der Blick noch zentraler.

Nach einer Kaffeepause unterhalb des Cirque’s fuhren wir zurück Richtung Luz St.Sauveur. Über die Strasse auf den Weg nach Lourdes bogen wir bei Villelongue auf Nebenstrassen ab und genossen diese sanften Hügelland und schlängelten uns auf den schmalen einspurigen Strassen durch diese grüne Landschaft, alles wirkte so harmonisch, sauber, Erinnerungen an Südengland wurden wach. Ein Einkaufsstop in Bagneres und diese Tour war beendet.

25.06.2012
Das Wetter wird sich in den nächsten Tagen wohl nicht ändern. Für diesen Tag stand die Tour in die Aniscolo Schlucht an. Laut Routing sind das 320 km von unserem Ferienhaus. Tatsächlich kamen wir sehr früh morgens um 08:00 Uhr. Beginnend im Vallee de Campan zum Col D’Aspin zur D929, selbst um diese Zeit waren schon einige Radsportruppen unterwegs. Auch die Kühe wurden morgens auf andere Weiden getrieben und wanderten genüsslich über Strasse. Es ist ein schönes Gefühl durch die kleinen Dörfer zu fahren, wo das Leben erst so langsam erwacht.
Morgens am Tunnel, der die Grenze zwischen Frankreich und Spanien bildet durften wir am oberhalb des Strassenrandes noch ein Murmeltier erblicken, das bei unserem Anblick doch leicht verunsichert war. Es ging über 3 Kilometer durch den Tunnel und schon erblickten wir auf der anderen Seite des Tunnels eine andere Landschaft. Es ist schon verwunderlich, das nur ein Berg Land und Landschaften verändert. Alles wirkt viel rauher, dennoch wunderschön. Die Strasse war sehr gut ausgebaut. Bielsa liessen wir rechts liegen und glitten im angenehm kühlen Fahrtwind über die Strasse.

Einige hundert Meter vor dem kleinen Ort Escalona bogen wir auf die HU-631 ab, die sich vor dem Dorf Puyarruego teilt, dort rechten Hand begann die traumhafte Einfahrt in die Aniscolo Schlucht. Wir schhlängelten uns durch die in den Fels gebaute kleine Strasse, die sich immer über Brücken von rechts nach links der schmalen Schlucht schlängelte. Beeindruckend diese hohen Felswände in allen möglichen Felsvariationen, ein Stop hier und ein Stop da, immer wieder diese fazinierenden Aussichten in diese Gebirgslandschaft.





Leider hatten wir nicht das Glück, die Geier aus nächster Nähe sehen zu dürfen. Alle von uns genossen die Ruhe in dieser Schlucht, hin und wieder plätscherte unten der Gebirgsbach oder die Ruhe wurde von Auto’s gestört, die das selbe Naturwerk wie wir betrachten wollten.
Die Route endete an einem kleinen Parkplatz, wo der Einstieg für die Wanderer ist. Für uns wurde es Zeit für einen Kaffee.
In Nerin fanden wir ein tolles Plätzchen in einem Restaurant mit Blick über die Schlucht, dort war es auch angenehm kühl, denn die Temperarturen kletterten mittlerweile über 30°C. Bei Sarvise biegen wir rechts in die N-260 ein und gelangen nach Broto. Eine beeindruckende Landschaft hier in Spanien, sehr saubere Dörfer, mittlerweile sehr gute Strassen.
Im Dörfchen Gavin finden tatsächlich um 14:15 Uhr noch ein Restaurant, wo wir günstig Mittagessen können. Für ganze 11 Euro werden wir richtig satt, das sogar in 3 Gängen. Anschliessend sind wir gleich in Biescas und biegen rechts in die A-136 ein. Diese führt uns auf einer sehr breiten Strasse bergauf Richtung französische Grenze. Ein kurzes Tankstop noch in Spanien, tatsächlich über 20 Cent billiger wie in Frankreich machen wir den Motorräder noch einmal voll.
Kurz vor der Grenze kommen wir in das riesige Skigebiet von Sallent de Gallego. Hier muss es im Winter nur so brummen. Oben an der Passhöhe werden Busse mit den Reisenden nur so ausgekippt, da mischen wir uns lieber nicht unter.
So gleiten wir genüsslich bergab bis Eaux Bonne und fahren in den Anstief zum Col D’Aubisque ein. Immer wieder bessern die Franzosen ihren Strassen mit Rollsplit aus. Leider ist hier Vorsicht gefragt, damit man sich in den vielen Kurvenpassagen nicht auf die Seite legt, man spürt richtig den Versatz des Motorrades, sobald man in die Kurvenlage kommt.
Für mich eine der schönsten Passstrecken in den Pyreneen. Diese Gebirgswelt gefällt mir persönlich einfach besser als in den überlaufenden Dolomiten und Alpen.
Ab Gourette war die Auffahrt zur Passhöhe dann wieder angenehmer ohne Rollsplit.
Oben kurz unterhalb der Passhöhe genossen wir in einem Bergrestaurant den Blick auf die fazinierdende Hochpyrenäen Bergwelt. Dort dürfen kurz vor der Abfahrt noch mal einen Geier sehen, den wir vor die Linse bekommen.

Oben auf der Passhöhe sah man schon die traumhafte Abfahrt runter zum Col Soulor, die Strasse schlängelt sich entlang des Felsmassivs und man verfällt förmlich in einen Walzertanz. Als Abgrenzung zur Strassengrenze dienen vielleicht 30 cm hohe Betonklötze. Ein Fahrfehler wird hier mit einem undenkbar graumsamen Absturz in die Tiefe bestraft.
Am Col Solour noch mal der wundervolle Blick auf das Tal runter nach Argelest-Gazost. Die Abfahrt ist ein Traum, hindurch durch absolute grüne safte Wiesen, wo sich hin und wieder ein kleines Bauerngehöft zeigt.
Die kleinen Orte Marsours und Aucun durchrollen wir mit 30 km/h, alle sind der Meinung, das man sich glatt im Devon von England wieder finden könnte. Die schmalen Strassen mit dem bunten Blumen überall an den Häusern erfreuen die Anblicke.
Von Argelest-Gazost nutzen die wir die Gunst der autobahnähnlichen Strecke um uns zu lüften. Über Lourdes ohne auf die Grotte zu achten bewegen wir uns auf den direkten Weg über die D937 zurück nach Campan.

26.06.2012
Es ist unerträglich heiß mit über 30°C am Haus, Susanne und ich sind am nachmittag noch mal auf den D’Aubisque gefahren, um in Ruhe zum Picknick die Bergwelt zu geniessen.


Hanna, Volker und Karl waren in der Grotte de Betharram um sich Abkühlung zu verschaffen. Die Einkäufe tätigten sie an diesem Tag.
Holger hatte Navi-Probleme und wollte eigentlich auch auf den Col D’Aubisque, nahm sich dann lieber das Umfeld der unendlichen kleinen Strassen im Umfeld in Campan vor.

Am Abend kam der noch der Vater von Chantal (Hauseigentümer) vorbei, um eigentlich den Rasen und die Pflanzen zu Wässern. Bei einem Glas Rose mussten wir über seine Erzählungen und Tips gemeinsam viel lachen.

27.06.2012
Auch an diesem Tag beginnt der Tag mit Hitze, wir nutzen die Zeit, um die Zelte, Schlafsäcke und Matratzen zu lüften. Susanne und ich werden am nachmittag eine andere Variante um den Col D’Aspin fahren um noch kurz vor dem Tunnel nach Spanien in den Nationalpark zu gelangen.
Die Tour verschoben wir von Stunde zu Stunde, jeder Bewegung draussen vor dem Haus, das selbst im Schatten führte zu Schweissausbrücken. Wenn man sich vorstellt, das man in einem Tal auf über 900 Meter Höhe noch im Schatten 37,3° und in der Sonne über 47° C hat, verkriecht man sich besser.
Es wurde es am späten am Abend kühler…und Motorräder durften parken….

28.06.2012
Der letzte Tag in unserer wundervollen Grange Gassiole. Alle sind noch mal gemeinsam gefahren, um die letzten Kurven zufahren, um die fazinierende Berglandschaft der Pyrenäen zu geniessen. Die Streckenführung hab ich so aufgebaut, wie es Robert Soucaze uns gesagt hatte.
Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir gegen 10:30 Uhr in Richtung Col D’Aspin, kurz vor der Einfahrt in den Pass nahmen wir eine Nebenstrasse, die durch ein wundervolles Tal führte.

Traumhafte Almlandschaften mit einem Blick auf den Pic di Midi, einer Eselherde auf der Passhöhe Hourquette d’Ancizan auf 1564 m Höhe. Was für neugierige Tierchen diese Esel doch sind, selbst in die Koffer schnüffelten sie hin ein.
Die Abfahrt ging runter nach Ancizan. Kurzer Tankstopp bevor es in den östlichen Anstieg in den Col D’Aspin ging. Über Payroll nach St. Marie de Campan fuhren wir auf den Col d’Tourmalet.

Nächster Ziel war Luz St. Sauveur und von dort über die D912 nach Cauterets. Hier fanden wir wirklich einige wundervolle Wasserfälle wieder.

Oben am Pont d’Espagne drehten wir um. Die 45-60 minütige Wanderung wollten wir nun doch nicht durchführen. Es war einfach zu warm in den Motorradsachen. Die Rückfahrt nahmen wir dann direkt in Richtung Lourdes und zurück nach Bagneres und von dort nach Campan. Susanne und ich nahmen noch einmal Abschied in Bagneres mit einem Bummel der kleinen niedlichen Altstadt.
Der morgige Tag wird anstrengend werden, da wir die Rückfahrt nach Narbonne antreten werden.

29.06.2012

Mittlerweile sind wir schon in Narbonne angekommen, die Fahrt lief sehr angenehme, unser Haus stand morgens in den Wolken mit leichtem Nieselregen bei 15°C. Eine angenehme Kühle zum fahren. die 300 km von Campan nach Narbonne waren völlig okay. Landschaftlich mal wieder völlig anders. Ab Carcassone übermannte uns die Hitze wieder. Im Hotel angekommen wurde kurz geduscht und mit einem Sammeltaxi für 1€ pro Person direkt ins Zentrum gefahren. So hatten wir die Möglichkeit, diese Stadt abends kennenzulernen.

30.06.2012
Vormittags hatten wir viel Zeit, die Verladung begann erst um 13:45 Uhr auf dem Auto Terminal der Gare S.N.C.F in Narbonne. So nutzen wir die Zeit spät loszufahren, noch ein kurzes Shopping, damit wir für die 22 stündige Zugfahrt noch etwas zu Essen und Trinken hatten.

Nach der Verladung mussten wir noch bis 17:00 Uhr auf dem Bahnhof warten, dann durften wir erst in den Zug, der uns dann um 18:00 Uhr Richtung Norden bringen sollte.
Die Mittagswärme war auch wieder unerträglich. So waren auch unsere beiden Zugabteile richtig aufgeheizt, unsere frischen Klamotten müffelten schon wieder. Aber wir machten uns nichts draus und genossen die Heimfahrt.

01.07.2012
Die Fahrt zog sich dahin, aber wir hatten noch viel zu erzählen und schwebten schon wieder in den Erinnerungen der letzten 2 miteinander verbrachten Wochen. um 15:30 Uhr bekamen wir die Motorräder wieder und rollten gen Kiel. Das Wetter ist ja warm im Norden, sollten wir das Wetter mitgenommen haben ? Es wäre zu wünschen. Doch bevor Susanne und ich zu Hause einrollten, mussten wir unbedingt Erdbeerkuchen mit Sahne im Obstcafe des Warleberger Hofes mit Blick auf den Nord-Ostsee-Kanal geniessen.
Der Alltag hat uns wieder.

8 Responses

  1. Micha
    Micha / 6-29-2012 / ·

    Hej,

    wie immer traumhafte Reiseberichte von denen man nicht genug bekommen kann………….Wünsche euch noch eine tolle Zeit dort und eine entspannte Rücktour!

    P.S. Ab heute haben wir eine Motorradfahrerin mehr in unseren Reihen…….

    Gruß Micha

  2. Antje Esser
    Antje Esser / 6-28-2012 / ·

    hallochen Alle miteinander,schöne Bilder, muss ja traumhaft sein. Wir „verfolgen“ Euch. Bitte bringt uns ein paar Sonnenstrahlen mit. Es ist doch verrückt, Ihr müsst so schwitzen und wir müssen heizen! Gute Fahrt weiterhin und ganz viel Spass, das wünschen Euch Antje und Renate

  3. @LaDeHo
    @LaDeHo / 6-26-2012 / ·

    Goedenmiddag [Chchudemiddaachch] oder besser Houdoe (wie MOIN MOIN) aus den Niederlanden,
    die Bilder kommen mir bekannt vor!
    Geniesst die Berge und passt auf EUCH auf.
    Nicht wieder in die Büsche fahren, weil Du vergessen hast das ABS auszuschalten :-)!

    Doei (Dui) aus Mittelerde, Wolfgang

  4. Strecker Christiane
    Strecker Christiane / 6-25-2012 / ·

    Bonjour a tous!

    … und grüßt mir ja meine Lieblings-Pyrenäen, und: nehmt mich nächstes Mal mit! Bin in Gedanken bei euch, gute Fahrt!!

    Je vous embrasse, Christiane

  5. Antje Esser
    Antje Esser / 6-24-2012 / ·

    hallo Ihr Lieben alle,
    wir haben heute Eure tolle Tour gelesen und wünschen Euch noch recht viel Spaß Hier regnet es in Strömen, Temp.14 Grad, also genießt Euer tolles Wetter weiterhin und passt schön auf Euch auf.Wir gehen gleich im Landhaus lecker schnabulieren. Liebe Grüße Renate und Antje

  6. Micha
    Micha / 6-17-2012 / ·

    Hej ihr beiden,

    Grüße sind angekommen. Die Kommunikation funktioniert einwandfrei………………….
    Wünsche euch eine tolle, Reise, beeindruckende Momente, viele schöne Bilder und eine gesunde Rückkehr!

    Viele Liebe Grüße von der Kieler Woche!

    Micha

  7. Martina
    Martina / 6-16-2012 / ·

    Hallo Mädels und Jungs,

    einfach mal ganz liebe Grüsse von uns – HP geht es den Umständen entsprechend , die Behandlung schlägt an und wir hoffen einfach weiterhin das Beste. Ich halte euch auf dem Laufenden , versprochen !
    Geniesst die Reise und wir wünschen euch nur das allerbeste Wetter , tolle Touren und abends leckeres Essen mit Urlaubsstimmung – Pastis pur 😉
    bis bald wieder – Tini + HP

    1. schraeuble
      schraeuble / 6-21-2012 / ·

      Haben hier nicht so die Internet Bandbreite und werden uns in der nächsten Woche ausführlicher melden. Sind meist erst spät auf den Campingplätzen, dann Zeltdorf aufbauen, Essen und Reden wird Spät. Die Temperaturen sind gewaltig mit über 30°C und wir laufen hier einfach nur weg. Die Hitze schafft uns. Holger ist mit seiner gelben Gefahr liegen geblieben und sitzt jetzt in Montepellier bei BMW und hofft auf Schadensbehebung.
      Alles soweit gut.

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