2011 Les Cevennes

Der letzte Teil des Jahresurlaubs führt uns dieses mal nach Südfrankreich. Dieses mal nicht nur auf Motorrädern, sondern auch mit Wohnmobil und Motorrädern. Der Norden bei uns hat seine Reize, aber Schleswig-Holstein steht im Jahr 2011 auf dem 2.Platz mit der Regenhäufigkeit, 328 Liter/qm drängen uns in den Süden. Erstes Ziel werden die französischen Cevennen sein. Irgendwo in den Bergen ein kleiner Campingplatz, der uns zu kleinen Motorrad Abenteuern inspirieren läßt. Das Womo dient dieses mal als Basisstation für uns Ausflüge in das Umland.

der Islandurlaub für 2011 war zeitlich abgesteckt, kurz danach wussten wir beide, das der Resturlaub in die warmen Gefilde der französischen Cevennen gehen sollte. Susanne erzählte und schwärmte mir immer wieder vor. Sie wollte schon immer mal sehr gerne dort hin.

Anfang September sollte für diese Region auch eine optimale Reisezeit für uns sein. Nicht zu warm, nicht zu kalt, eben ein guter Kontrast zu unserem doch sehr kühlen Islandurlaub im Juni.

Ich hatte am Abreisetag die Möglichkeit wegen Renovierungsarbeiten in der Firma von zu Hause zu arbeiten. Susanne konnte schon gegen Mittag Feierabend machen. Die Tage vorher hatten wir alles vorbereitet und so gab es am Abreisetag nicht mehr viel zu tun. Am Nachmittag rollten wir mit dem Gespann auf die A21 Richtung Hamburg. Wir wollten dem Stau am Elbtunnel umgehen, aber die Baustelle auf der A21 bei Daldorf hielt uns genau so lange auf. Schleppend ging es an Hamburg vorbei. Wichtig war einfach durchzuziehen, in der Hoffnung noch an diesem Tag an der Mosel kurz vor Trier zu sein. Ziel erreicht und direkt ins Bett!

Samstag

Morgens früh hoch, billig Tanken in Luxenburg, bei diesen Preisen lohnt sich das immer. Kilometer für Kilometer rollten wir dahin, die Tagestemperaturen stiegen für jeden Kilometer wir südlichen kamen. Erinnerungen kamen hoch, genau immer dort, wo wir auf der französischen Autobahn runtergefahren sind. Ob im Burgund oder im Macon, immer diese wundervolle französischen Art, die wir im Norden oben nicht leben. Andere Menschen, anderes Leben, andere Kultur, vielleicht ist es das, was sich immer wieder in Erinnrung ruft. Ein schönes Land, ich fühle mich hier immer wieder wohl.

Mittlerweile kocht es am nachmittag bei 31°C. Diesesmal direkt durch Lyon, ein paar kleine Staus aber wir rollen gut mit dem Verkehr in Richtung St.Etienne. Der Dicke stampft sich mit dem Motorrädern am Haken die Berge hoch, bis 60 km/h, da muss ich die Heizung aktivieren, sonst platzt mir der Motor. Beachtlich, was der alte Herr mit seinen 13 Jahren noch so leisten muss aber auch kann.

Jetzt gerade runter von der N88 bei Langogne geht es mit der Kurbellei in den Kurven los. Aber nach einer Zeit hat man das auch drauf und wir rollen unserem Zielort Villafort immer näher. Endlich Finish, irgendwann gegen 17:00 Uhr versuchen wir den Camping Muncipal zu finden, das Kind hat mittlerweile einen neuen Namen, aber dieser Platz wirkt nur noch tot, weiter zum nächsten Camping du Lac und hier werden wir fündig.

Eingecheckt und Feierabend ist, schnell noch vorbei an ein paar Bikern, die hier ein paar Mobilheime bezogen haben, dort geht’s zur Sache und die Motoren brüllen öfter mal auf. Am Abend kehr Ruhe auf dem Platz ein, wir blicken direkt auf den unverbauten See, ein tolles Panaroma, ein Berg mit Echo vor der Tür, wo hat man das schon.

Sonntag

wir sind früh wach, frühstücken und packen die Motorräder. Der erste Tour! Es soll nicht so weit gehen, aber es sind 155 km, mal sehen wie die sich ziehen. Die Tour führt vorbei an dem kleinen Schloss Castenet, das am Lot steht, dann weiter durch das Tal des Lot in Richtung Mende und kurz vorher drehen wir gen Norden ab und folgen dem Cirque de Mende. Nicht das wir jetzt schon genug vom Kurvenfahren hätten, jetzt geht es so richtig los mit dem asphaltierten Endurowandern über Kleinststrassen, wieder verwunschene traumhaft schöne Dörfer, hier und dort alten Bogenbrücken die wir überqueren. Tolle Aussichten auf Täler und deren Dörfer, dennoch darf man nie den Blick von der Strasse lassen. Ein Fahrfehler kann hier tödlich enden. Geht ja garnicht, denn wir haben noch soviel vor. In La Bastide Ruylaurent gehen wir wieder südlich, dennoch soll ein kleines Seitental mitgenommen werden.

Die Karte zeigt hier grün, also muss es wunderschön anzuschauen sein. Wieder einmal eine Kleinststrasse, keine 50 Meter gerade aus bevor die nächste Kurve kommt. Tolle Fotomotive, die man unterwegs findet. Das Tal mündet direkt in die traumhaft schöne Gorges de Chazzesac. Man kann es nicht beschreiben, man spürt und sieht es beim fahren. Alles saftig Grün, die Strassen sind voll mit Bäumen der Esskastanie.

Ein Einkehrschwung auf einen Crepes und eine heisse Schokolade beenden den Tag in Villafort. Wir fahren zum Platz zurück und machen es uns gemütlich.

Montag

Am Vorabend wurde noch ein bisschen Route geplant, über 250 km sollten zu schaffen sein, es kommt nur auf die Strassengröße an. Diesesmal stand Mende auf dem Zettel, Le Carnigou, die Tarnschlucht und Point de Montverde. Die Temperaturen stiegen rasant an. Hier und dort wieder Endurowandern um die Kleinststrassen und so kommt man schnell mal aus dem Zeitplan. Wir besuchen vor Mende in einem Seitental eine alte römische Gedenkstätte. Dann ist Mende auf dem Zettel, natürlich ist es gerade mal nach 12 Uhr und über all beginnt die lange Mittagsruhe. Schnell ein paar Crossaints le Beurre, ein Rundgang durch die Stadt und rauf auf die Mopetten. Le Carnigou ist der nächste Ort, man nennt es auch das kleine franz. Venedig. Einfach wundervolle alte Bauten, original Restauriert, überall fliessen die kleinen Kanäle durch, an jeder Ecke plätschert es.

Das nächste Ziel für diesen Tag ist die Tarnschlucht. Einfach überwältigend sowas etwas traumhaftes erleben zu dürfen. Es war so heiß, das wir auf Fotos verzichteten, der Fahrtwind kühlte uns leider nicht. So genossen wir den Walzertanz des Motorradfahrens direkt am Tarnufer, bis wir endlich in Pont de Montverde ankamen. Susanne war schon fix und fertig und wir beschlossen nicht mehr zu stoppen und direkt durchzufahren. Alternative ist halt die Tarn von weiter südlicher noch mal anzufahren……Wir waren fix und fertig, man merkte schnell das die Konzentration abruppt nachliess. Zum Glück hatten wir unser Bett dabei und wir beide schliefen sehr schnell ein.

Dienstag

Der Körper kommt zur Ruhe und schon hat einen ein grippaler Effekt oder irgendwas anderes zu fassen. Morgens im Bett kratzte schon der Hals. Der Tag fängt gut an. Dennoch sollte es heute eine kleine gemütliche Tour Richtung Ales gehen. Zwei kleine Ortschaften waren nett beschrieben und ich bastelte schnell per Garmin die passende Route zusammen. Von Villafort in südlicher Richtung direkt in den Circle Mount Lozere. Es ging viele viele unendliche Kilometer bergauf. Wieder dieses traumhafte Kastaniengrün rechts und links der Strasse, mittlerweile sind sie so reif, das sie schon auf die Strasse fallen und nur noch darauf warten eingesammelt zu werden. Ich mache mir jetzt schon den Spaß, diese mit dem Fuss einfach von Strasse während der Fahrt zu schuppsen. Mittlerweile beginnen die Serpentinen und wir schrauben uns in einer alpinere Vegetation hoch. Oben vom Pass ein wunderschönes Panaroma über die Gebirgswelt der Cevennen mit Blick auf Genolhac.

Bergab sieht die Situation schon ganz anders aus, um einiges steiler und die ganzen spaßbringenden Serpentinen. Wir kommen direk im Ort unten raus und fahren durch die sehr sehr engen Strassen des alten Ortkerns. Ein Stop für einen Spaziergang lohnt sich alle male. Diese alten Gemäuer haben etwas wundervolles warmes. Ein Croissant in die Rechte, ein paar mal abgebissen und weiter geht es. Wir schnurren weiter bis Chambrigoud und machen dort Siesta zum Menue de Jour. Ein kleines nettes um die Mittagszeit volles Restaurant sieht nett aus und wir bekommen noch 2 Plätze. Das Essen in 3 Gängen für 12 Euro incl. Getränke ist völlig okay. Man darf sagen das sich der Koch Mühe gab und wir wohlschmeckend satt geworden sind. Von dort aus trieb es uns weiter Nordöstlich über Kleinststrassen. Ich hatte von dort den direkten Weg auf kürzesten Weg gestellt und bis auf unbefestigte Strasse alles an Auschlüssen rausgenommen. Es ist immer wieder fantatisch, welche kürzesten Wege das Gerät zum Vorschein bringt. Reines asphaltiertes Endurowandern mit fahrerisches Leckenbissen. Ziel war der südliche Teil der Gorges de Chazzerac, die wir am ersten Tag nicht geschafft hatten. Dort angekommen einfach wundervoll, überall stehen noch leere kleine Häuschen, die einem auf die Idee bringen, sich hier unten tatsächlich niederzulassen. Aber es sind noch einige viele Jahre bis Rente. Wir saugen das erlebte einfach nur so in uns auf.

Mittwoch

Reisetag, wir verlegen mit dem Womo und den Motorrädern über die kleine Stadt Mende im Westen der Cevennen nach Millau. Die kleine Stadt liegt schon mehr in den Midi-Pyrenees als in den Cevennen. Aber für uns ein sehr guter Ausgangspunkt, um Touren an die Tarnschlucht und die Corniche de Cevennes zu machen. Wir schlängeln uns durch die Kurven, es ist mal was anderes als mit den Motorrädern, das Gespann brauch da doch schon einiges an Platz. Am frühen Nachmittag kommen wir Millau an und lassen uns auf einem der vielen Campings nieder. Die Findung war nicht einfach, es sollte halt ruhig sein und dennoch irgendwie an einem Flussbett liegen. Der 4.Platz war es dann. Gesundheitlich wurde es schlimmer wie am Vortag und ich nutze die Zeit und Ruhe am Abend für die Erholung. Susanne machte einen leckern Tomatensalat mit schön viel Essigdressing und das sollte wohl helfen.

Donnerstag

Endlich eine Nacht durchgeschlafen! Mir gings wieder besser. Gemeinsam planten wir eine Tour entlang der Tarn. Die Serpentinen von La Madlene und der Ort St.Enimie standen auf dem Zettel. Bei Les Vignes mussten wir bergauf über schön zu fahrende seichte Serpentinen. Dazu ein beachtlicher Ausblick über die Tarnschlucht von oben. Unsere Blicke schweiften dabei in die Mitte der Schlucht und erblickten dabei sehr viele Geier, vielleicht eine grobe Schätzung von zuerst von 5-10 Stück. Susanne wollte das Fernglas und ich machte schon mit dem Tele die ersten Bilder aus der Ferne. Von Minute zu Minute wurden es immer mehr. Feststellbar war, das die Gänsegeier alle auf einem Felsen saßen und hin und wieder am durchstarten waren. Schnell packten wir alles ein und fuhren auf einem Parkplatz unterhalb des Felsens. Das darf doch nicht wahr sein, dann wurden wir oben von den Viecher beobachtet und sie renkten ihre kahlen Hälse und Köpfe nach uns in die Tiefe. Zum Glück tropfte ihnen das Schmeckwasser noch nicht aus dem Schnabel. Ein fazinierende Schauspiel, was uns die Kerlchen dort boten, es wurden immer mehr, vielleicht nachher zwischen 20 und 30 Gänsegeiern. Wann hat man mal dieses Glück die wunderschönen Tiere aus nächster Nähe sehen zu dürfen.

Die SD Card der Kamera war wohl, nun reicht es auch.

Auf dem Parkplatz lernten wir noch 2 Biker kennen. Ein deutscher Pärchen, die mit ihren Choppern unterwegs waren, sie erzählten erst einmal, das sie auch mit dem Womo und Trailer unterwegs sind, das sie auf einem Stellplatz bei Le Rozier stehen, verwunderlich waren die franz. Kennzeichen der Motorräder. Aufklärung kam dann im Verlaufe des Gespräches, das sie ihren Sommer im Corbiers verbringen, dort ein kleines Anwesen haben und immer wieder Touren mit ihrem Womo und Motorrädern in die Umgebung machen. Im Herbst geht das mal wieder nach Hildesheim für einige Wochen. Die Beiden machen es richtig 🙂

Wir wünschten uns gegenseitig noch eine schöne Zeit und fuhren über eine Hochebene weiter, bevor wir in die sehr steilen und berüchtigten Serpentinen runter nach La Madelene gehen. Diese hatten wir bereits vor einigen Tagen schon mal von unten gesehen und sie sahen von unten schon heftig aus.

Im Internet schreiben sie auch, das sie nicht ganz einfach zu fahren seien. Aber wir beide konnten es nicht nachvollziehen und hatten richtig Spaß an der Aktion. Von dort führte und das denn Weg nach St.Enimie. Schlängelt fuhren wir entlang der Tarn und kamen noch in einen kleine Ort namens Chely du Tarn. Der Ort liegt da wie im Traum einer Feenlandschaft.

Ein Augenschmaus! In St.Enimie angekommen parkten wir die Motorräder und erkundeten die kleine alte Ortschaft, die sich steil an den Felsen mit ihren kleinen Gassen klammert. Es ist schön kühl dort in den schattigen Gassen, da draussen die Temperaturen wieder über 30°C gehen. Die Füße kühlen wir an der Tarn ab, mussten aber aufpassen das wir nicht angezwackt worden sind. Ein kleiner Kneifer trieb dort sein Unwesen.

Nächstes Ziel ist Meyrueis, ein Ort der an des Gorges de Jonte liegt. Wieder eine rechts links Kurvengewimmel, endlich werden hier seit den Tag wo wir hier fahren und Reifenseitenflanken stark beansprucht. Wir geniessen die Durchfahrt durch den kleinen verträumten noch nicht erwachten Ort. Schlängeln uns durch Schlucht und fahren auf der anderen Seite der Tarn zurück nach Millau.

Mittlerweile ist es 17:45 und wir haben 33°C, am Campingplatz weht ein Wind, der aber nicht gerade für Kühlung sorgt. Den Abend lassen wir in Ruhe ausklingen.

Ein Fläschen Rose Cote de Roussilion auf dem Tisch, ein Baguette, der passende Käse. Das Rauschen des Flusses im Ohr. In der Dunkelheit erstrahlt der Mond mit seiner Helligkeit das ganze Flussbett. Was möchte man mehr ?

Freitag
Markttag! Es paßt nicht immer, wenn wir in einer Stadt oder in einem Ort sind, wo Markttag ist. Zu Hause in Kiel sind wir seit über 25 Jahren Marktgänger und wissen zu schätzen, wo man sehr gute frische Ware direkt vom Erzeuger bekommt. Genauso ist es im Ausland, man findet schnell heraus, welcher Stand viel umsetzt. Meist sind die Waren dort gut, wo die Leute Schlange stehen. So sind wir gegen 10:30 in der Millau Innenstadt und folgen eigentlich nur den alten Leuten mit den Rollwagen. Oder man spürt gleich wo die meist älteren Leute mit frischen Grün in der Tasche herkommen. Ein buntes miteinander, ein Genuss für Augen und Nase. Überall neugierige Blicke von uns auf Waren, die wir bei uns nicht bekommen. Erstmal die Lage abstecken, dann kaufen wir ein, etwas hier von, etwas davon. Die Taschen nehmen zu und Leckereien werden mehr., Dann auf den Campingplatz, die Sachen frisch zubereitet und verfeinert direkt auf den Tisch, dazu ein frisches Baguette, ein kühler Rose und das Mittagsessen ist perfekt.,

Sonnabend
Ein leichter Regen am frühen Morgen liess und früh aufstehen. Auf uns wartete ein leckeres Hefe/Quark Brot vom gestrigen Wochenmarkt. Frische Butter drauf und der Tag konnte wundervoll beginnen.

Die heutige Tour führte und über Meyrueis zum Mont Aiguoal, einer der höchsten Berge in den Cevennen. Immer wieder verfallen wir den Anblicken der traumhaften Bergdörfer, die wie in diversen Filmen am Berghang kleben und sich in der Sonne präsentieren. Wunderschöne Aussichten! Wir schraubten uns durch das Tal der Geier (Gorges de la Jonte) über kleine Nebenstrassen, von Meyrueis ging schraubten wir uns immer weiter hoch auf den Mont Aigoual. Ein himmlischer Anblick, was man von dort oben über diesen Landstrich sieht, ob ein Blick nach West, wo man mehr Ackerbau und Viehzucht sieht, oder man blickt nach Osten, wo sich ein bewaldeter Bergzug nach dem anderen zeigt, wo sich die Strassen in Kurven in die Hänge fressen., Ich merkte schon eine ganze Zeit, das ich an diesem Tag nur am Eiern war, irgendwie fehlte mir die Konzentration. Die Rückfahrt erfolgte über das Ursprungstal der La Dourbie., Wieder diesen kleinen engen Strassen, überall Kastanien rechts und links. Bevor ich jetzt irgendwo in den Graben rase machen wir Rast, ich lege mich an eine Natursteinbefestigung und segel glatt weg.

Susanne liess mich einige Zeit schlafen, bis ich von selber wieder wach wurde. Ich erkundete noch mal die anliegenden leerstehenden Gehöfte bevor es wieder auf Tour ging. Tolle Aussichten, alte Mauern, wäre das ein Platz zum Alt werden ?, Der kurze Schlaf tat gut und ich ging die Kurven schon wieder ganz anders an. In einem kleinen Dorf fand noch eine Hofschlachtung statt, ein Schweinchen hatte vermutlich gerade sein Leben verloren und lag auf einem Holztisch und wurde vor antiken Mauern zerlegt. Ein freundliches Bonjour von beiden Seiten und die Fahrt ging weiter. Die GS’n rollten gemeinsam durch die Dörfer und immer wieder gab es neue Dinge für uns zu bestaunen. Eigentlich befinden wir uns mitten in Europa und immer wieder entdeckt man für sich selber diese kleinen Abenteuer, man saugt diese wundervollen neuen Anblicke für sich einfach nur so auf. Ob es unten am Fluss eine alte Wassermühle ist oder ob es ein Gites de France ist, alles liegt hier wie in einer tollen Landschaft. Einige träumen davon hier leben zu dürfen, denken die, die dort leben auch so ?, Die Strasse führt uns weiter durch die Gorges de La Dourbie, hier und dort noch tolle Motive, die wir einfangen bevor wir zurück nach Millau kommen.

Susanne bringt ein, das man doch schnell noch eine Führung in Roquefort machen könnte, soweit ist da hier nicht weg. Unter einen alten Berg befinden sich Höhlen, wo Käsehersteller eine besonderen Blauschimmelkäse herstellen, der aus Schafsmilch hergestellt wird. Auch hier mal wieder Glück, 15 Min. bis zur letzten Führung und die nehmen wir doch gleich noch mit., Auch wenn es eine französische Führung war, bekamen wir deutschsprachige Unterlagen, in dem wir Mitlesen konnte und wussten, wodrüber der Guide am reden war., Von der Entstehung bis zur Auslieferung dieses Käses wurde alles gezeigt, sogar eine kleine Degustation fand statt., Ein kleiner Einkauf noch in Millau und gerade als wir beim Womo ankamen, setzte der Regen ein. Feierabend und Gutes Essen war jetzt angesagt.

Sonntag

Das morgendliche Prasseln auf dem Womodach liess nichts Gutes verlauten. Ein sanfter Landregen, der hier in der Gegend runterkam. Heute geht es weiter, ein kleines Stück über die A75 und dann über eine Querverbindung rüber in den Osten. Die Strasse sah eigentlich laut Karte gut aus, sie war rot gekennzeichnet, dennoch nicht als Nationalstrasse versehen und mit einem D gekennzeichnet. Die Sache musste ja nen Haken haben. Anfänglich sehr holperich, nach ca. 20 km lief das Womo mit den Motorrädern auf dem Thema wieder ruhiger. Aber auf ca. Hälfte der Strecke musste fürchterlich gekurbelt werden, wir kam so gerade mal mit 30-50 km/h vor ran. Endlich in Anduze angekommen. Ein Stadt, es ist Sonntag und von hier aus fährt der historische Zug, dementsprechend war die kleine alte Innenstadt voll mit Menschen. Wir liessen uns nicht beirren und fuhren direkt zum Campingplatz Castel Rose.

Dort fanden wir ein super Plätzchen direkt am Fluss Le Gardon. Wettermäßig war es hier ein bisschen besser gestellt als in Millau. Nun befinden wir uns auf den Spuren der Hugenotten. Wer weiß, vielleicht kamen Susannes Ahnen hier aus der Gegend. Im 16.Jahrhundert, war Anduze die Hugenottenhochburg und war eine bekannte Stadt.

Ein abendlicher Spaziergang rundete den Tag ab, tatsächlich rannte unweit direkt vor uns in der nähe Camping eine Wildsau vielleicht gerade mal 20-30 Meter Entfernung über den Weg. Die hatte die Ruhe aber weg.

Montag

Endlich wieder wärmer, dennoch sehr windig begrüßte uns diese Montag. Die Motorräder wurde gepackt und schon saßen wir darauf und brummten in Richtung Saint-Jean-du-Gard, von dort direkt auf die Corniche des Cevennes. Was für eine wundervolle kurvenreiche Fahrt dort auf den ersten Pass hinauf. Unten am Beginn der Kurvenstrecke war wohl vor einiger Zeit Start eines Bergrennens. Deutlich waren hier die Gummireste der PS Boliden zusehen. Mit den Motorrädern folgten wir nur den Beschleunigungsgummi auf dem Asphalt und schlängelten uns im sportlichem Tempo die Strasse hoch. Eines ging nur, entweder die traumhafte Landschaft geniessen oder konzentriert schnell die Piste hoch fahren. Wo in Europa hat man sowas, ein toller Asphalt, doppelte Leitplanken, absolut perfekt ausgebaute Kurvenzüge, da freut sich jeder Motorradfahrer drüber und zieht dann doch der Geschwindigkeit mal den Vorrang.

Nach ca. 8 km Länge darf man dann wieder Landschaft pur geniessen, dennoch ist die Strecke so gut ausgebaut, das auch der Fahrspaß keineswegs zu kurz kommt. Ob durch Kastanienwälder oder entlang von Gebirgskämmen windet sich hier die Strasse in einer Höhe von ca. 800-900 Metern. Ob auf freien Feldern, oder durch grüne Wälder, die Fahrt nach Florac ist wirklich wunderschön und wir geniessen alles. Allerdings ist es hier oben sehr sehr kalt mit 9°C und dazu einem heftigen Wind, der meist von vorne kommt. Der Ort La Pompidou wirkt noch ehr schläfrig als wir schon kurz vor Mittag dort durch rollten. Ein paar Serpentinen noch hoch und dann geht es auf die Abfahrt runter nach Florac. Dort wuseln wir uns durch kleine schmale Altstadtstrassen auf einen kleinen Seitenstreifen und parken die Gefährten.

An einer alten Place Louis Dides bewundern wir die alten Mauern und die beiden auf zwei Ebenen angelegten Teiche, in der wirklich große Prachtforellen schwimmen. Irgendwie ist es kurz nach Mittag und der Magen knurrt. Dort Entdecken wir das Restaurant La Source du Pecher, ein keiner Gourmet Tempel mit vielen Auszeichnungen unteranderem auch von Gault Millau. Uns hetzte keiner und man merkte schon gleich, das man Zeit für das Essen mitbringen musste. Ganze 3 ½ Stunden saßen wir dort drin. Auch wenn wir hier nur das Tagesmenü bestellt hatten, wurden wir zwischen den 3 Gängen immer wieder mit kleinen Köstlichkeiten aus Region gelockt um die Appetitsinne zu schärfen. Jedes Teilgericht hat seine Besonderheiten. Die Zeit lohnte sich und die Teller waren auch nicht nur übersichtlich gefüllt. Einfach ein Genuss!

Anschliessend ein Verdauungsspaziergang durch den kleinen hübschen Ort, bevor wir uns auf die Motorräder setzen und die selbe Strecke zurück fuhren. Auch wenn es der gleiche Weg war, so hat man wieder ganze andere landschaftliche Eindrücke mit genommen.

Wieder ein Tag zu Ende, eine schöne Motorradtour mit kulinarischen Genüssen unterwegs.

Dienstag

Man merkt doch, das der Urlaub zur Neige geht, das was man eigentlich noch möchte, wieder in das Unerreichbare zieht. Dennoch nutzen wir die Zeit. Ein Wunsch von Susanne war der Pont du Gard. Eine aus der Römerzeit erbaute Wasserleitung, die ein Tal überbrückte. Welche Bauleistung doch zu dieser Zeit schon. Frühstücken und los.

Doch zuvor wollten wir noch nach Saint Jean du Gard zum Markt. Ein kleiner niedlicher Ort der einfach dazu einlädt ihn zu besuchen, gerade am Markttag wirkt er noch interessanter. Genau so war es auch, in den kleinen Strassen rund um den Hauptplatz pulsierte das Leben, die kleine Markthalle war angereichert mit regionalen Leckereien. Käse, Wurst, Honig, Kastanien, Gemüse, Oliven und vieles mehr. Genug geschnüffelt, das römische Tor ruft uns.

Der direkte Weg zog uns dort hin, man merkte gleich das wir aus den Cevennen rauskamen und die Landschaft sich veränderte. Der Weinanbau nahm zu, rechts und links der Strassen immer wieder Weinfelder. Wir umfuhren die Stadt Uzes, die auf Rückfahrt für uns noch Ziel sein soll. Am Du Gardon lag diese alte Steinbrücke, mittlerweile führten einen die Schilder direkt dort hin, dann kamen wir in Richtung Parkplatz, mit 15 Euro pro Fahrzeug sollten wir dabei sein. Ohne uns, ein Auto mit 4 Personen zahlt auch nur 15 Euro. Geschickt gemacht von der Stadtverwaltung. Wir wechselten das Flussufer in der Hoffnung, dort etwas anderes vorzufinden, doch hier auch 15 Euro pro Fahrzeug. Alleine schon auf der Anfahrt vom Ort selber fanden wir nur noch Halteverbotsschilder. Doch wir nutzten eine Nische und konnten kostenlos parken. Zu Fuss muss man keinen Eintritt bezahlen, sofern man sich nicht an irgendwelchen Ausstellungen oder Museen ergötzen möchte, ansonsten ist es frei. Geschickt gemacht vom Veranstalter, die Parkgebühr zu nehmen, so fliesst immer Geld in die Portokasse.

Es ist schon ein pompöses Bauwerk. Das Licht wirkte sehr gut und daher war es für einige Fotografien optimal, man spürt es auch gleich an der Qualität der Farben auf den Bildern. Hier und da blieben wir sitzen und bestaunten alles und nahmen diese Atmosphäre einfach mit.

Der Rückweg lief dann auch wieder über Uzes, diesmal aber mit Stop in der Stadt. Eine Kaffeepause war auch nötig. Wie schon oft in Frankreichs kleinen alten Städten gesehen, führt eine Ringstrasse um den alten Stadtkern, so auch hier in Uzes. Schnell war ein Parkplatz gefunden und wir schlenderten in den Altstadtkern. Diese fazinierende Bauweise, diese sanften Farbtöne der Fenster und Häuser, alles paßt zusammen. Beieindruckend immer wieder diese kleine verschiedenen Läden, die Franzosen haben ein Händchen dafür. Oder sind wir aufgrund des Urlaubes dafür so empfänglich, oder einfach nur weil es anders ist? Auf dem Place aux Herbes genossen wir einen Cafe au Lait. Am späten Nachmittag fuhren wir dann zurück über Ales nach Anduze, die Strecke ist aufgrund des Verkehrs in der Innenstadt von Ales nicht besonders zu empfehlen.

Mittwoch

Einmal noch an das Mittelmeer und Seeluft schnuppern. Die Entscheidung viel auf die Camargue. Es sind nur knapp 100 km von Anduze dort hin, warum nicht? Über Quissac nach Sommerier kamen wir in die Camargue. Schon die Ebene machte sich bermerkbar. Dann die ersten Camargue Pferde, die Reiher und zu guter letzt die Stiere und Flamingo’s.

Ein Stop in der Ebene und ein Stop in Sainte Marie de la Mer. Der Ort ist touristisch aufgepeppt und die Kirche dort vielleicht etwas besonderes. Eine Horde Reiter jagte ihre weißen Camargue Pferde über die von der Polizei abgesperrte Strasse. Alles für die Tourie’s wie wir. Ein Spaziergang durch die Stadt, vor allen Dingen auf die Mole um Seeluft zu schnuppern und das wars. Für uns ist der Genuss der Landschaft einfach interessanter als der Tourirummel. Hier und dort stoppten wir noch, um die Atmosphäre etwas zu digitalisieren, diese Eindrücke muss man einfach mit nehmen. Aber hier direkt Urlaub machen, nein nichts für unsere Art des Reisen’s. Die Rückfahrt erfolgte wie die Hinfahrt und die brachte richtig Spaß. Auch her wieder wie am Vortrag die vielen Weinanbaugegenden. Aber hier gibt es viel mehr Kurven, ein tolles Motorradfahren.

Die Strecke hin und zurück ist Motorradtechnisch ein Highlight.

Zurück in Anduze genossen wir im Zentrum unseren Cafe au Lait und liesen den Tag Revue passieren.

Die letzten Tage

Ein Tag diente noch mal zum absoluten Relaxen, Einkäufen von französischen Leckerlies. Am Freitag morgen brachen wir gegen 0800 Uhr wieder auf gen Norden. Zwischenstop zur Übernachtung an der Mosel, zuvor in Luxemburg noch mal billig tanken. Abends fanden wir tatsächlich noch einen wunderbaren Riesling Auslese trocken ausgebaut. Samstag morgen wurde die Bestellung abgeholt und am frühen Nachmittag brachen wir dann auf die letzten Kilometer in Richtung Kiel auf. Zwar hatten wir noch eine Einladung von lieben Freunden aus Düsseldorf, die wir auf unserem Islandurlaub kennengelernt haben. Aber wir wollten gerne Samstag Abend in Kiel sein, so schlugen wir diese leider aus. Aber das wir nachgeholt.
Mittlerweile hat uns die Arbeitswelt wieder und wir konnten sehr erholt an den Start gehen. Wer weiß, wo es uns 2012 hinführt.

Die Schraeubles

11 Responses

  1. Ralf
    Ralf / 10-29-2011 / ·

    Hallo Jochen,

    ein toller Bericht mit genauso tollen Bildern. Hat viel Spass genmacht, ihn zu lesen. Frankreich ist schon eine schöne Ecke zum touren.

    Gruß Ralf

    PS: Ich war Ende September in der Haute Provence; auch nicht zu verachten 🙂

  2. Petra
    Petra / 10-3-2011 / ·

    Schöner Bericht und klasse Fotos ! Wieder ein Bericht mehr der an uns zupft, um endlich auch nach Frankreich aufzubrechen !
    Wir sehen uns !

    Liebe Grüße Petra und Heinz

  3. Kirstin
    Kirstin / 9-29-2011 / ·

    Hey Ihr beiden!

    Es ist mal wieder sehr interessant von Euren Urlaub zu lesen.
    Wobei diesmal mehr über die Leckerein geschrieben wurde.
    Wie gemein….-)

    Liebe Grüße
    Kirstin

    1. schraeuble
      schraeuble / 9-29-2011 / ·

      Hej Kirstin,
      die französische Küche hat immer was besonderes, schnuppern, riechen und schmecken, dazu sehr gute Weine. Dann kommen schon mal richtig gute Gaumenfreuden zur Geltung.
      Ob du verschiedenen Käsesorten, ob den guten Honig, Nougat, hausgemachte Feigenmarmelade. Generell das einkaufen auf Wochenmärkten. Die Entscheidung ist jedes mal schwer, sich für etwas zu entscheiden.
      Danke für deinen Kommentar
      🙂

  4. Karsten Wessels
    Karsten Wessels / 9-27-2011 / ·

    Hallo ihr zwei
    mit Vergnügen und einigen Erinnerungen habe ich euren Bericht gelesen. Macht richtig Lust, mal wieder dorthin zu fahren.
    Das Foto in der Gorges de La Dourbie habe ich fast von der selben Stelle geschossen.

    Grüße aus Dithmarschen,

    Karsten

    1. schraeuble
      schraeuble / 9-28-2011 / ·

      Hallo Karsten,
      ich könnte jetzt auch sofort wieder hinfahren. Frankreich ist für Motorradfahrer eh eine wundervollen Land. Es reizt immer wieder neue Gegenden zu erkunden.

      Viele Grüße
      Carsten

  5. Micha
    Micha / 9-27-2011 / ·

    Hej ihr beiden,

    schön, dass ihr wieder wohlbehalten und voller schöner Eindrücke zurück seid. Ich bin auch gar nicht neidisch………………

    Bis bald.

    Micha

    1. schraeuble
      schraeuble / 9-28-2011 / ·

      Hej Micha,
      wir klönen in aller Ruhe am nächsten Donnerstag im Fuego
      Gruss
      Carsten

  6. Martina
    Martina / 9-27-2011 / ·

    Hey ihr 2 ,

    freu mich , dass ihr gesund und munter und bepackt mit tollen Erlebnissen nun wieder daheim seid ! Bis bald und geniesst diesen traumhaften Indian-Summer 😉

    martina und hans peter

  7. Jochen
    Jochen / 9-27-2011 / ·

    Tja, vielleicht sind wir uns begegnet.
    Wir haben zum gleichen Zeitraum die östlichen Cevennen unsicher gemacht.
    Unser Campingbus stand in der Nähe der Ardeche.

    Viele Grüße

    Jochen aus dem Allgäu.

    1. schraeuble
      schraeuble / 9-28-2011 / ·

      Hallo Jochen,
      wer weiß, vielleicht saßen wir sogar neben einander in Anduze im Cafe, die Welt ist klein. Ich melde mich per Mail bei dir.

      viele Grüße
      Carsten

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